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Nach dem Knall droht der Einsturz

Ludwigsstadt: Das ehemalige Areal der Jahns-Bräu war Zielobjekt einer vom THW-Ortsverband Kronach initiierten Großübung.

Es ist am Freitag kurz nach 19 Uhr, als es im Sudhaus der ehemaligen Jahns-Bräu zu einer gewaltigen Explosion kommt. Die Hilfskräfte waren zu diesem Zeitpunkt schon benachrichtigt, weil Mitarbeiter bereits vorher eine staken Gasgeruch und auch einen Gasaustritt festgestellt hatten. Zu diesem Zeitpunkt waren allerdings noch acht Personen im dreigeschossigen Gebäude, das sich im Hinterhof der Brauerei befindet. Durch die gewaltige Explosion im Sudhaus, deren kurz darauf noch zwei weitere Explosionen in einen Nebengebäude folgten, wurde die gesamte Fensterfront zerstört. Das Gebäude ist als einsturzgefährdet anzusehen. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten war natürlich die Feuerwehr Ludwigsstadt als erste Hilfsorganisation am Objekt. Mit einer rund 70 Mann starken Truppe konnte Kommandant Jörg Söllner, in deren Händen der auch die Einsatzleitung lag, zunächst die Brandbekämpfung einleiten. Gleichzeitig waren die Kellerräume im hinteren Gebäudeteil sehr stark verqualmt, so dass man nur sehr sorgsam mit dem Atemschutz vorgehen konnte. Aufgrund der schwierigen äußeren Verhältnisse, es musste aufgrund der Einsturzgefahr des Gebäudes eine Anfahrt von hinten über eine Wiese geschaffen werden, waren weitere TWH Gruppen aus Coburg, Kulmbach, Sonneberg und Bamberg auf der Anfahrt erklärte der Leiter des THW Kronach Oliver Ramm und sein Öffentlichkeitsbeauftragter Hajo Badura. Um für die Feuerwehr einen sicheren Zugang im einsturzgefährdenden Bereich zu schaffen, ging man zunächst mit Handgeräten ans Werk. Die Fachgruppe aus Kulmbach hatte einen Radlader und die THW Helfer aus Coburg einen Bagger dabei. Diese schotterten kurzerhand eine Wiese auf, so dass man auch von hinten mit den großen Gerätschaften ans Gebäude kam. Die ersten Verletzten konnten schon nach kurzer Zeit gefunden und geborgen werden, es dauerte aber aufgrund der teilweise verschütteten Personen doch einige Stunden, bis die Feuerwehr alle acht Mitarbeiter retten konnte. Diese wurden vom 12 Personen umfassenden ASB-Team behandelt und in die Kliniken geschafft. Koordiniert wurde die Übung aus einem Zelt der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleiter, welche von einem Hinterhof die entsprechenden Anweisungen gab. Kommandant Jörg Söllner, der mit seiner Mannschaft in der Frühe um 2 Uhr wieder im Gerätehaus war, zeigte sich erleichtert, dass alles geklappt hat und keine Helfer verletzt wurden. Bei derartigen Übungen, die in dieser Größenordnung nicht alltäglich sind, ist es „Goldwert“ auch über entsprechende Ortkenntnisse zu verfügen. Deshalb habe er auch die Einsatzleitung von Anfang bis Ende durchgeführt. Die Übung wurde seit längerer Zeit vom THW Ortsverband Kronach geplant und sehr real dargestellt.

2018 - Übung FFW Ludwigsstadt I (19.10.18)

Die Explosion lies alle Fenster bersten. Foto: Michael Wunder

2018 - Übung FFW Ludwigsstadt VIII (19.10.18)

Das THW ging zunächst mit Handgeräten vor. Foto: Michael Wunder