Rieblich: Ein Jubiläum feierte die "Wasserwerksnachbarschaft" Kronach in der vergangenen Woche, als das technische Betriebspersonal der Wasserwerke bereits zum 25. Male zum Erfahrungsaustausch zusammen kam. Die Verantwortlichen mit ihrem Leiter Michael Wunder nahmen dies zum Anlass, eine Informationsfahrt nach Thüringen zu organisieren. Dieser war über die starke Beteiligung – es nahmen mehr als 40 Personen teil – sehr erfreut. Erste Anlaufstelle war der Meisterbereich der neuen Trinkwasseraufbereitungsanlage in Leibis/Lichte. Dort gab Dipl. Ing. Kraft der Besuchergruppe zunächst Erläuterungen zur Thüringer Fernwasserversorgung. Elf Trinkwassertalsperren, vier Aufbereitungsanlagen und weitere 57 Stauanlagen für den Hochwasserschutz sind dabei vorzufinden. Wie der Techniker sagte, seien Talsperren in Thüringen seit mehr als 100 Jahren ein wesentlicher Bestandteil der Kulturlandschaft geworden, sie bieten einen hohen Freizeit- und Erholungswert. Mit dem Bau der Trinkwassertalsperre Leibis/Lichte wird vorerst die letzte bedeutende und zukünftig zweithöchste Staumauer in Deutschland errichtet. Die Planungen für dieses komplexe Vorhaben begannen bereits in den 70er Jahren, nach dem Fall der Mauer wurde das Vorhaben auf das erforderliche Maß angepasst. Anhand eines umfangreichen Modells erläuterte der Ingenieur das Zusammenwirken der einzelnen Seen und Aufbereitungsanlagen. Besonders von den durchgeführten landschaftspflegerischen Maßnahmen, mit 33 Minimierungs-, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen war man angetan. Für den Erhalt der natürlich hochwertigen Lebensräume im Schwarzatal wurden unter anderem 40 Auerhahnwildfänge ausgesetzt. Anschließend machte man sich auf den Weg zur Baustelle, wo weitere Ausführung folgten. Das Herzstück der Anlage ist zweifelsohne die Betonstaumauer, hierfür wird der Beton vor Ort in einer eigenen Mischanlage hergestellt und über eine Kabelkrananlage eingebracht. Nach der Mittagspause ging es weiter nach Schönbrunn, wo die Aufbereitungsanlage der Südthüringer Wasserversorgung besichtigt wurde. Der Werkleiter Herr Fischer hob in seiner Begrüßung die guten Kontakte und die Unterstützung nach der Wende durch die Fernwasserversorgung Oberfranken hervor. In der Schaltwarte gab der Ingenieur Erläuterungen zum See – welcher sich direkt oberhalb der Aufbereitungsanlage befindet – und zur Verfahrenstechnik, die sich gegenüber der FWO Aufbereitung in Rieblich doch wesentlich unterscheidet. Nach einem Rundgang durch die hochmoderne Anlage machte man sich wieder auf den Heimweg. Wie Michael Wunder sagte, zeigt die gute Resonanz, dass die Info- und Fortbildungsveranstaltungen gerne angenommen werden und die Reihe der "Nachbarschaftstage" im Frühjahr in Rieblich fortgesetzt wird. mw
Bereits zum 25. Mal traf sich das technische Betriebspersonal der Wasserwerke im Landkreis Kronach zum Erfahrungsaustausch. Erste Anlaufstelle der Informationsfahrt war die im Bau befindliche Trinkwassertalsperre Leibis/Lichte mit der zweithöchsten Staumauer in Deutschland. Foto: Michael Wunder