Nordhalben: Die 5. Nordhalbener Klöppeltage wurden durch die beiden hochkarätigen Ausstellungen "Die modischen Spitzen" von Barbara Corbet und "Das Land der Bayern" von der Klöppelschule Nordhalben bereichert. Großer Andrang herrschte bereits am Freitag zur offiziellen Eröffnung im "Haus des Gastes", wo auch viele Ehrengäste der Einladung der Klöppelschule gefolgt sind. Auch an den beiden folgenden Tagen war wieder alles vertreten, was die Klöppelszene an nationalen und internationalen Gästen zu bieten hat.
– von Michael Wunder –
Mit viel Kreativität und einen enormen zeitlichen Aufwand hat das Personal der Klöppelschule und die Mitglieder des Klöppelschulfördervereins als auch die Ausstellungen in der Klöppelschule vorbereitet und errichtet. Gleichzeitig wurden auch zahlreiche Arbeiten in der Nordwaldhalle erledigt, um diese 5. Nordhalbener Klöppeltage zum Erfolg werden zu lassen. Bürgermeister Josef Daum war dann auch vollen Lobes für die "Ideengeber" Beate Agten und Martina Simon, welche erneut ihre künstlerischen Fähigkeiten unter Beweis stellten. Sein Dank galt aber auch dem Klöppelschulförderverein mit Elisabeth Gareis an der Spitze für ihre tatkräftige Unterstützung. Mit einem Blumengruß dankte der Bürgermeister der Schirmherrin Professor Marie Wankova (Prag) und Barbara Corbet, welche eine komplette Ausstellung zur Verfügung gestellt hat. Wie der Bürgermeister sagte, wolle man trotz aller Sparmaßnahmen die traditionelle Kultureinrichtung, welche es seit über 100 Jahren in Nordhalben gibt, weiterhin erhalten. Die Leiterin der Nordhalbener Klöppelschule Beate Agten ging insbesondere auf die neue Ausstellung "Das Land der Bayern", welche der Bayernhymne entnommen wurde, ein. Man habe versucht, sowohl die bekannten, als auch die weniger bekannten Stücke in höchster Handarbeitsqualität zu fertigen und zu präsentieren. Ihr Dank galt auch den Nordhalbener Geschäftsleuten, welche erstmals mit den Schaufensterdekorationen aus der Klöppelschule auf diese wichtigen Tage aufmerksam machten. Darüber hinaus sollte man von der Ausstellung der Deutschen Designerin Barbara Corbet Anregungen erhalten und in die eigenen Arbeiten einfließen lassen. Professorin Marie Wankova bezeichnete es als große Ehre bei den 5. Nordhalbener Klöppeltagen als Schirmherrin fungieren zu dürfen. Sie erinnerte an die seit langen bestehenden Verbindungen zwischen deutschen und tschechischen Klöpplerinnen. In guter Erinnerung seien ihr die gemeinsamen Klöppelkurse aus den 60er und 90 er Jahren des letzten Jahrhunderts. Über viele Jahre sei sie mit der langjährigen Leiterin der Nordhalbener Schule Hermine Stutzig eng befreundet gewesen. An den Arbeiten in Deutschland habe man immer die perfekte Klöppeltechnik und die guten Fachbücher bewundert und gute Anregungen erhalten. "Das Klöppeln hat ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis Kronach", sagte Landrat Oswald Marr. Man sei stolz auch international einen so guten Ruf genießen zu können und müsse auch in finanziell schwierigen Zeiten an den "wunderschönen Werken" festhalten. Von einer großartigen Leistung, speziell bei den neuen Entwürfen sprach die Vorsitzende des Deutschen Klöppelverbandes Maria Steur. Die Feierstunde wurde musikalisch von Harald Kotschenreuther und Paul Schreiner auf dem Schifferklavier mitgestaltet.
Am Samstag und Sonntag ging es dann, neben der Ausstellung und den Fachvorträgen in der Klöppelschule mit internationalen Besuchern in der Nordwaldhalle weiter. Neben den Austausch von Informationen stand vor allem das Angebot an Klöppelzubehör im Brennpunkt der Halle. Guten Anklang fanden auch die drei Fachvorträge von Marie Wankova, Tschechien (Werke von Emilie Palickova- Mildeova), Monika Schmidt, Schweiz (Bilderschau "Stroh und Gold") sowie von Birgit Härtel (Das Leben von Elisabeth Mehnert- Pfabe). mw
Die Ehrengäste waren beim Rundgang durch die neue Ausstellung "Das Land der Bayern" vom handwerklichen Können der Nordhalbener Frauen angetan. Das Bild zeigt v.l. Designerin Barbara Corbet, Schirmherrin Prof. Marie Wankova, Beate Agten Leiterin der Klöppelschule, Bürgermeister Josef Daum, Kreisrätin Marietta Rösler, Landrat Oswald Marr, Martin Simon Klöppelschule und die Vorsitzende des Deutschen Klöppelverbandes Maria Steur. Foto: Michael Wunder
Bereits von klein auf lernen die Mädchen in der einzigen kommunalen Klöppelschule in Deutschland das Klöppeln. Bei Veranstaltungen, wie den Klöppeltagen, führen die Mädchen die "Handwerkskunst" dann gerne vor. Foto: Michael Wunder