Nurn: Die Pfarrgemeinde Nurn blickte am vergangenen Wochenende auf ihr 50- jähriges Bestehen des Gotteshauses im Ortskern von Nurn zurück. Weihbischof Werner Radspieler erinnerte in der Predigt an die schwierige Zeit von damals und heute. Geld, Idealismus und Arbeitskraft wurden eingebracht, nachdem die alte Kirche am Silvesterabend 1954 abgebrannt ist, um wieder ein Gotteshaus in der Gemeinde zu haben. Als Wichtigstes in der Kirche bezeichnete er neben den Menschen, welche die Kirche mit Leben erfüllen, die Bibel. In ihr ist das Wort Gottes niedergeschrieben, die Botschaft von Jesus, ohne die es keine Kirche geben würde, für jedermann nachlesbar. Diese Schrift, vor mehr als 2000 Jahren verfasst, sei heilig und rein, sie wurde trotz vieler Veränderungen in der Menschheit nie angetastet. Er bezeichnete es als einzigartig, dass es über den langen Zeitraum immer wieder Menschen gegeben hat, welche diese unverfälschte heilige Schrift verbreitet haben. Die Verkündigung sei nicht allein Aufgabe des Pfarrers, sondern von allen, denn jeder kann auf seine Art Zeugnis für Christus ablegen. Der Priestermangel der heutigen Zeit sei deshalb auch eine Herausforderung. Er sei felsenfest überzeugt, dass die Kirche als Kirche auch weiterhin besteht, selbst wenn man die Zukunft der Gotteshäuser nicht vorhersehen kann. Der Weihbischof dankte zum Schluss seiner faszinierenden Rede allen Mitwirkenden und Helfern für die großartig organisierten Feierstunden in Nurn und überbrachte die Grüße vom Erzbischof Ludwig. Beim sich anschließenden Festempfang im Mehrzeckhaus erinnerte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Wolfgang Dietz an die Entstehung des Gotteshauses. Das durch einen Brand vernichtete Kirchlein war schon vorher zu klein und man hatte bereits im Jahr 1938 Pläne für einen Kirchenneubau gefertigt, dessen Ausführung jedoch am beginnenden Zweiten Weltkrieg scheiterte. Nach dem Brand habe man jedoch sofort mit dem Bau begonnen und am 19. Mai 1955 konnte bereits der Grundstein gelegt werden. Dank der großen Anstrengung der Nurner Bürger konnten bereits ein Jahr später zunächst die Glocken und schließlich am 22. Juli die Kirche geweiht werden, welche unter dem Schutz des Erzengel Michael steht. Eine Fotoausstellung, ebenfalls im Mehrzweckhaus, zeigt die Geschichte der noch recht jungen Kirche. Wie der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates ausführte, seien in den folgenden Jahren immer wieder alle gefordert gewesen, um sich für das Haus des Herren einzubringen, so musste im Jahre 1988 der Turm wegen Bauschäden vollständig abgetragen und neu aufgebaut werden. Vor zwei Jahren stand mit der kompletten Dacheindeckung eine weitere Großmaßnahme an. Bürgermeister Gerhard Wunder, der die Glückwünsche der Gemeinde überbrachte, erinnerte an die Nachbarschaftshilfe und Zusammenarbeit, welche in Nurn in der Vergangenheit geleistet wurde. Im Namen der Gemeinde überreichte er ein kleines Geldgeschenk. Die Grüße und Glückwünsche im Namen des Dekanatsrates Kronach überbrachte der Vorsitzende Heinz Hausmann. Wie er sagte, sei trotz des stetigen Wandels die Welt in Nurn in Ordnung und alle hätten sich für eine lebendige Gemeinde eingebracht. Weitere Glückwünsche und Geldgeschenke überbrachte die weitere Stellvertreterin des Landrats Jutta Laczo, sowie Helmut Kuhnlein von der Raiffeisenbank. Das besondere Kirchweihwochenende begann bereits am Donnerstag mit diversen Kirchweihspeisen der örtlichen Gastronomie setzte sich am Freitag mit der Totenehrung und anschließender Einkehr fort. Am Sonntag waren die Bürger zum gemeinsamen Mittagessen mit verschiedenen Gerichten im Mehrzweckhaus eingeladen. Bereichert wurde die Feier durch die Musikkapelle Nurn unter der Leitung von Wolfgang Schrepfer, welche die Gottesdienstbesucher bei der Kirchenparade begleitete und im Mehrzweckhaus aufspielte. Der Festgottesdienst wurde von der Chorgemeinschaft Steinwiesen/Nurn unter der Leitung von Walter Klose und Martin Franz an der Orgel mitgestaltet. mw
Zitat des Tages:
"Schön haben Sie gepredigt, glauben tu ich ihnen aber nicht."
Weihbischof Werner Radspieler zitierte bei seiner Predigt in Nurn die Aussage eines Gottesdienstbesuchers von einer vorangegangen Predigt.
Der Weihbischof Werner Radspieler faszinierte mit einer brillanten Predigt anlässlich des 50- jährigen Weihetag der Kirche in Nurn. Dabei wies er auf das Bekenntnis und die Botschaft zu Christus hin. Foto: Michael Wunder
Rundum zufriedene Gesichter nach dem offiziellen Festakt zum 50 jährigen Bestehen der Kirche St. Michael in Nurn. Das Bild zeigt die Verantwortlichen der Pfarrgemeinde und Ehrengäste mit Weihbischof Werner Radspieler (7 v.l.) und Pater Stanislaw aus Steinwiesen (5 v.l.). Foto: Michael Wunder