Kronach: Oberfranken soll als Modellregion eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung erhalten. Bei den oberfränkischen Christsozialen, deren Vorstand in Kronach tagte, stellte man ein Programm mit acht Punkten vor. Der demographische Wandel mit dem zunehmenden Fachkräftemangel in Medizin und Pflege sowie die Veränderungen in der Krankenhauslandschaft treffen den ländlichen Raum im besonderen Maße, wurde in der Pressekonferenz deutlich. Es sei deshalb ein großes Ziel der CSU-Oberfranken die Gesundheitsversorgung in der Region langfristig zu sichern und auszubauen. Bezirksvorsitzender Martin Schöffel aus Wunsiedel verwies auf den steigenden Bedarf im Sektor der Gesundheit und Pflege. Im Regierungsbezirk Oberfranken seien die Hausärzte älter als im bayerischen Durchschnitt. Professor Dietmar Wolff von der Hochschule Hof verwies auf ein von MdB Emmi Zeulner erarbeitetes Papier mit guten Ideen, welche man auf den Weg bringen will. Im Versorgungsbereich Kronach-Süd liege das Durchschnittsalter der dort tätigen Ärzte bei 58 Jahren. Derzeit seien 14 Arztstellen nicht besetzt. Dieser Sicherstellungsauftrag müsse erfüllt werden. Er verwies auf die bestehende finanzielle Unterstützung für Ärzte der kassenärztlichen Vereinigung (KVB) und des Freistaates Bayern. Mit den medizinischen Versorgungszentren (MVZs) könne man Ärzten auch Angestelltenverhältnisse anbieten. Viele seien nicht mehr bereit einen Dienst über 24 Stunden bei sieben Tagen anzubieten. Ziel sei, die besten Ärzte, welche in Bayreuth ihren Abschluss machen, in Oberfranken zu halten. In Kronach habe Landrat Klaus Löffler und MdL Jürgen Baumgärtner bereits gute Vorarbeit geleistet. Im Landkreis habe man ein weit reichendes Modell entwickelt, welches es in keiner anderen Region gibt. MdB Emmi Zeulner verwies auf die Angebote der Pflegeheime, es sei eine bessere Pflegeinfrastrukturplanung notwendig. Besonders die Arbeit der aufopferungsvollen Pflege von Frauen werde nicht richtig wahrgenommen. Den An- und Zugehörigen, sowie Freunden und Nachbarn komme eine immer wichtigere Rolle zu. Jens Korn berichtet über die Erfahrungen mit der Filialpraxis eine MVZ in Wallenfels. Dort habe man bereits frühzeitig telemedizinische Pilotprojekte durchgeführt. Das Zukunftsmodell gehe über angestellte Ärzte. Hans Rebhan sprach sich für eine stärkere Vernetzung der oberfränkischen Hochschulen und Universitäten gerade in der Ausbildung aus. Insgesamt sei das Ziel mit einer verlässlichen medizinischen Versorgung umschrieben. Dabei sei eine starke Pflegeinfrastruktur, attraktive Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen sowie der gezielte Einsatz digitaler Lösungen zum Nutzen der Menschen in der Region von Nöten.

Das Acht-Punkte-Programm der CSU umfasst: 1. Stärkung der ambulanten und hausärztlichen Versorgung, 2. Ausbildung, Fachkräftegewinnung und regionale Bindung, 3. Pflege und Versorgung besser koordinieren, 4. Prävention und Gesundheitsförderung stärker verankern, 5. Digitalisierung und Digital Health gezielt voranbringen, 6. Gesundheitsversorgung als Standortfaktor begreifen, 7. Krankenhaus- und Versorgungsstruktur regional neu ordnen (sektorenübergreifend), 8. Modellregion steuern, finanzieren und evaluieren (Governance & Transformation). Es soll unter anderen auch an die Gesundheitsministerin Judith Gerlach weitergeleitet werden.

Der CSU- Bezirksvorstand stellte das Ergebnis seiner Tagung in Kronach mit (v.l.) MdB Emmi Zeulner, Professor Dietmar Wolff, Bezirksvorsitzenden Martin Schöffel, Jens Korn und Hans Rebhan vor. Foto: Michael Wunder