Wallenfels: Dass die Heimat in der Natur liegt, wurde bei der Hauptversammlung des Frankenwaldvereins im Kulturzentrum in Wallenfels deutlich. In diesem Jahr kann man auf das 150-jährige Jubiläum des im Jahr 1876 gegründeten Frankenwaldverein in Nordhalben zurückblicken. Dort fand auch die Gründung und die bisherigen Jubiläumsfeste statt. Der Mitorganisator und Obmann der Ortsgruppe Nordhalben Michael Wolf bezeichnete es als Ehre das Jubiläum in Nordhalben auszurichten. Es sei aber ein Jubiläum aller, deshalb zähle man auf die Ortsgruppen. Am Samstag findet nach dem offiziellen Festakt ein Fränkisch-fröhlicher Abend mit der Gruppe Mix-Tradimix, Amelie von Feilitzsch und dem Mundartkabarettisten Sven Bach statt. Dabei will einen musikalisch, heimatlich, unterhaltsamen und lustigen Abend anbieten. Der Sonntag stehe mit vielen verschiedenen Aktivitäten rund um die Nordwaldhalle im Zeichen der Familie.

Die „Goldkinder“ des Vereins wurden mit dem Ehrenzeichen in Gold vom Hauptverein ausgezeichnet. Dies waren Sabine Burger, Rico Kadletz, Heide Stöcker, Carmen Vollprecht (alle Blankenberg), Reimund Kaske (Christusgrün-Dürrnberg), Alfred Primus (Konradsreuth), Reiner Meisel (Marktleugast), Karl-Heinz Mertel (Seibelsdorf), Christine Kremer, Ralf Kremer (Steinbach bei Geroldsgrün), Karin Lindner, Uwe Lindner, Claudia von der Tann (Wüstenselbitz) sowie Rudolf Hempfling und Matthias Hermannn (Zeyern).

In neuer Form gab Hauptvorsitzender Stefan Münch, unter der Anwesenheit der drei Landkreise und Vertreter aus Thüringen, einen Kurzbericht über die Aktivitäten. Ein großer Erfolg sei, trotz schlechten Wetters, der 3. Frankenwald Wandertag in Geroldsgrün gewesen. Unter schwierigsten Bedingungen habe man über 400 Teilnehmer begrüßen und auf die Strecke schicken können. Als Highlight bezeichnete Münch das Entfachen des Köhlermeiler in der Thiemitz. Zu unterhalten waren die fünf vereinseigenen Türme, welche früher eine Macht darstellten und von denen man heute weit in die Welt hinausschauen kann. Glücklicherweise seien bei den für die Öffentlichkeit immer geöffneten Aussichtspunkten keine größeren Reparaturen notwendig gewesen. Darüber hinaus wurden zwölf Wanderheime unterhalten. Der weitere Hauptvorsitzende Roland Wolfrum dankte, dass viele Ortsgruppen den Ruf gefolgt sind. Rund um den Tag der Deutschen Einheit habe man einen großen Bayerischen-Thüringer Wandertag ausgerichtet. Der landesübergreifende Wandertag sei auch das größte Wanderevent in Deutschland gewesen. Als einmalig bezeichnete er die persönliche Übergabe der Eichendorff-Plakette durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an die sieben Ortsgruppen. Dank des Zusammenhalts vieler habe alles supergut funktioniert. Hauptwegereferent Björn Stumpf sei Hauptansprechpartner in Sachen Wanderwege. Die Wegeförderungen durch den Freistaat Bayern sei gut, dadurch könne die Kultur und der Tourismus gepflegt und das Landschaftsbild erhalten werden. Das Geld sei beim Frankenwaldverein gut angelegt. Es wurden zehn neue, zertifizierte  FrankenwaldSteigla und vier neue Geopfade zusammen mit dem Geopark Schieferland in Betrieb genommen. Die Arbeit der 59 Ortsgruppen sei unabdingbar, man sei deshalb heilfroh, dass vor Ort diese gute Arbeit geleistet wird. Die beiden Hauptvorsitzenden stellten auch die Arbeit in den Fachbereichen vor. Martin Schöffel, Staatssekretär der Finanzen, stellte in seinen Grußwort gemeinsame Lösungen für die anstehende Zeit in den Vordergrund seiner Ausführungen. Der Frankenwald sei durch den durch Käfer befallenen Fichtenwald und Waldsterben um einiges ärmer geworden, es müssten deshalb entsprechende Maßnahmen in die Wege geleitet werden. 

Einer langen Diskussion mit noch ungewissem Ausgang bedurfte der Tagesordnungspunkt Grundstücks- und Immobilienangelegenheiten. Demnach wurde das Wanderheim Viceburg im Landkreis Hof in den letzten Jahren „im unteren Level“ am Leben erhalten. Dort steht keine Ortsgruppe dahinter, so dass es über den Hauptverein läuft. Ein Freundeskreis als Interessentengruppe würde diese gerne erhalten und die notwendigen Sanierungen in die Wege geleitet wissen. Als „Standartsanierung“ stehen rund 400.000 Euro im Raum, dazu bedarf es externer Unterstützer. Der Vorstand könnte sich vorstellen, die Viceburg fortzusetzen, wenn alle Kosten außerhalb des Haushalts gedeckt sind. Sollte man die Kosten aufbringen, werde man die Maßnahme angehen, ansonsten wäre es an der Zeit den Verkauf durchzuführen. Der Basissanierung des durch Roland Wolfrum vorgestellten Konzept wurde von der Hauptversammlung mit knapper Mehrheit zugestimmt. Nachdem aber nicht klar war, ob es sich dabei wie in der Tagesordnung bezeichnet um eine Grundstücks- und Immobilienangelegenheit handelt, soll diese ein Justiziar prüfen, weil in diesem Fall eine zweidrittel Mehrheit notwendig wäre, was jedoch nicht erreicht wurde. Zweiter Bürgermeister Sven Hofmann hatte Eingangs „Mitten im Frankenwald“ die Gäste in der Flößerstadt begrüßt. Jeder könne einen Beitrag dazu leisten die Heimat liebens- und lebenswert zu gestalten, sagte er.   

Zahlreiche Mitglieder, viele davon aus dem Landkreis Hof wurden durch die beiden Hauptvorsitzenden Stefan Münch (links) und Roland Wolfrum (2 v.r.) mit dem Ehrenzeichen in Gold ausgezeichnet. Foto: Michael Wunder

Drei verdiente Mitglieder des Frankenwaldvereins aus dem Landkreis Kronach wurden mit dem Ehrenzeichen in Gold ausgezeichnet. Im Bild (v.l.) Hauptvorsitzender Stefan Münch, MdB Jonas Geissler, Karl-Heinz Mertel (Seibelsdorf), Matthias Herrmann und Rudolf Hempfling (beide Zeyern), 3. Bürgermeister Roland Pompe (Marktrodach), der weitere Vertreter des Landrats Bernd Steger und der zweite Hauptvorsitzende Roland Wolfrum. Foto: Michael Wunder

Die Wimpel-Wandergruppe aus Schauenstein übergab den FWV-Wimpel an die Ortsgruppe Wallenfels. Foto: Michael Wunder

Die Neulinge der Bläserklasse Wallenfels haben die Wimpelübergabe musikalisch mitbegleitet. Foto: Michael Wunder