Nordhalben/Heinersberg: Mit einem festlichen und zugleich bewegenden Wochenende hat die evangelische Diasporagemeinde Heinersberg ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Verbunden wurde das besondere Jubiläum mit dem 90-jährigen Bestehen ihres Posaunenchores – ein Dreiklang, der eindrucksvoll zeigte, wie lebendig und vielfältig das Gemeindeleben auch in einer Diasporasituation sein kann. Der Posaunenchor setzte bereits am Freitag mit dem großen Jubiläumskonzert einen ersten Höhepunkt. Der Posaunenchor um Chorleiter Michael Franz, bildet seit neun Jahrzehnten das musikalische Rückgrat der Gemeinde und präsentierte ein abwechslungsreiches Programm aus geistlicher und moderner Bläsermusik. Im Rahmen des Konzerts zeichnete der Obmann des Bezirkschores Max Engelhardt auch den Posaunenchor und die Mitglieder Michael Franz für 30 Jahre als Chorleiter sowie Natalie Menger für 25 Jahre treue Bläserdienste aus. Die Auszeichnungen würdigten nicht nur die musikalischen Leistungen, sondern vor allem die Treue und den ehrlichen Einsatz, ohne den ein solcher Chor über Generationen hinweg kaum bestehen könnte. Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen des festlichen Gottesdienstes, der den geistlichen Mittelpunkt des Jubiläums bildete. Mehrere Geistliche aus der Region sowie ehemalige Pfarrer der Gemeinde wirkten dabei mit. Albert Färber ging im Namen des Kirchenvorstandes auf die Geschichte der Kirche, welche aus einen Betsaal hervorging, ein. Bereits wenige Jahre nach dem Bau der roten Kirche im Grund wechselte man im Jahr 1939 vom einstigen Dekanat Naila nach Kronach. Während der Kriegszeit wurden auch die Glocken eingezogen. 1963 schaffte man mit dem Bau des Pfarrhauses gegenüber die Kirche die Voraussetzungen für eine selbständige Kirchengemeinde. Eine schwere Entscheidung war es deshalb im Jahr 2023 dieses wieder aufzugeben und zu verkaufen. Ein Jahr später wurde der Gemeindesaal saniert. In der Vorbereitung auf das große Fest wurde schließlich im vergangenen Jahr noch verschiedene Verschönerungsarbeiten an der Kirche getätigt. Festprediger Matthias Rückert, langjähriger Pfarrer im Grund, bezeichnete es als große Ehre die Ansprache halten zu dürfen. Jeder einzelne habe seine persönliche Geschichte mit dem kleinen Kirchlein im Grund. Die Kirche sei vom Volk Gottes umgeben und dort seien die Gottesdienste immer Kräftig, Feierlich und Stolz begannen worden. Die 25 in der Kirche tätigen Pfarrer konnten immer auf eine lebendige Gemeinde bauen, welche alles schön „hingekriegt“ haben. Er wünschte der Kirchengemeinde auch für die Zukunft alles Gute, auch wenn das ein oder andere „Schreckensgespenst“ umhergeht.
Im Namen des Landkreises überreichte der Stellvertretende Landrat Gerhard Wunder ein Geldgeschenk. Zweiter Bürgermeister Michael Wunder aus Nordhalben sagte, dass dieses nach außen strahlende rote Kirchlein aus historischer Perspektive mehr als sakrale Architektur sei, vielmehr würde sich dort religiöse Praxis und gemeinschaftliche Identität verdichten. Sein Dank galt allen ehrenamtlichen Helfern, besonders erinnerte er an Jakob Wirth. Dekan Markus Müller ging in seinem Grußwort auf die Aufbruchstimmung der Erbauer ein. Niemand konnte damals erahnen, wie sich die Geschichte des Gotteshauses im Grund entwickelt. Bereits bei Bau im Jahr 1926 sei der Geist Gottes in einer Art „Start up“ erkennbar gewesen und habe sich bis heute fortgesetzt. Man sollte deshalb auch für die Zukunft zuversichtlich sein, und im „Start up Team Gottes“ mitwirken. Nach dem Gottesdienst wurde zum Gedenken an das 100-jährige Jubiläum ein Baum vor dem Gotteshaus gepflanzt. Die weltlichen feiern fanden in der alten Schule in Heinersberg unter der Organisation der örtlichen Feuerwehr statt.

Zum 100-jährigen Jubiläum wurde die Kirche im Grund beleuchtet und strahlte weit hinaus. Foto: Michael Wunder

Am Festgottesdienst, der vom Posaunenchor mitgestaltet wurde nahmen neben der örtlichen Pfarrerin Stefani Brudereck weitere Geistliche teil. Foto: Michael Wunder

Nach dem Gottesdienst wurde als Erinnerung an das 100-jährige Jubiläum im Eingangsbereich ein Baum gepflanzt. Foto: Michael Wunder

Auszeichnungen gab es für den Posaunenchor Heinersberg und seine Mitglieder. Geehrt wurde für 30-jährige Chorleitertätigkeit Michael Franz (Mitte) und Natalie Menger (2 v.r.) für 25 Jahre treue Bläserdienst. Die Auszeichnung für den Chor nahm Pia Rudiak (2 v.l.) vom Obmann des Bezirkschores Max Engelhardt (links) entgegen. Mit im Bild Pfarrerin Stefani Brudereck. Foto: Michael Wunder