Sag mir, wo die Kinder sind …… Dekanatssynode in Nordhalben

Nordhalben: Mit Kindern und Familien Zukunft der Kirche gestalten, Beobachtungen ? Tendenzen ? Perspektiven, so umschrieb der landeskirchliche Beauftragte für Kindergottesdienstarbeit Pfarrer Dr. Johannes Blohm aus Nürnberg sein Referat bei der Dekanatssynode 2002 in Nordhalben.
– von Michael Wunder –
Der Redner führte aus, dass sich im Bereich der kirchlichen Arbeit mit Kindern und Familien viel tut, dies müsse aber in beide Richtungen betrachtet werden, in manchen Bereichen geht es bergab, in anderen dagegen wieder bergauf. Diese Charakterisierung steht, so Dr. Blohm, auf dem Hintergrund einer sich in immer schnelleren Rhythmus verändernden Gesellschaft, in der manches ?out? ist und manches ?in? ist und beides schon morgen oder übermorgen anders sein kann. Mit Kindern und Familien die Zukunft der Kirche gestalten ? das bedeutet nicht, sich zeitgemäß zu zeigen in der Verantwortung von gesellschaftlich geprägten Worten und Vorstellungen. Sondern es bedeutet, den von Jesus Christus gegebenen Auftrag der Verkündigung des Evangeliums ernst nehmen, aufgreifen und so in das Leben der Menschen hineinbringen, dass das Evangelium lebensverändernd wirken kann, führte der Theologe aus. Was die Mitarbeit betrifft, so könne man feststellen, dass für die kirchliche Arbeit mit Kindern und Familien immer noch höhere prozentuale Beteiligungen an Teilnehmenden und Mitarbeitenden festgehalten werden als in anderen Bereichen. Auch könne man auf motivierte, engagierte und fachlich kompetente Mitarbeiter bauen. Blohm forderte bewußt und wagemutig Neuland mit der Beteiligung der Gemeinde zu betreten. Dazu, so der Redner, sollen nicht in erster Linie die knapper werdenden Finanzen und die schrumpfende Zahl von haupt- und nebenamtlichen Mitarbeitern beitragen, sondern die theologische Leitvorstellung vom Priestertum aller Gläubigen. Es soll dabei aber kein reines Managementpfarramt entstehen, das nur noch Verbindungen knüpft. Die primären Aufgaben für das Pfarramt sollen gesichert und in weit höherem Maß als bisher Verantwortung auf die Gemeindeleitung übertragen werden. Er forderte für die Zukunft der Gemeinden einen bewußt kinder- und familienfreundlich ausgerichteten Gemeindeaufbau unter dem Aspekt der Vernetzung, um das Bild von einer einladenden, offenen und zu ihrem Auftrag verbindlich stehenden Gemeinde zu geben. Es wird entscheidend sein, so der Pfarrer, wie gut es der evangelischen Kirche gelingt, Tradition und Innovation zusammenzubringen.
Nach einem gemeinsamen Gottesdienst in der Jubilate Kirche im Grund, wobei Dr. Blohm die beeindruckende Predigt hielt, wies Dekanin Dorothea Richter auf die vielfältigen Arbeiten und die Aktivitäten des Dekanatsausschusses hin. Sie berichtete, dass die Belegung des Dekanatsjugendheimes Effeltermühle nach wie vor hervorragend ist. Dort wurde auch ein gemeinsames Fest gefeiert und durch die Installation einer Kletterwand soll diese Einrichtung noch attraktiver gemacht werden. Beschlossen wurden die beiden Haushalte des laufenden Jahres, sie betragen für den Dekanatsbezirk 162.831 ? und für die Effeltermühle 112.220 ?. Die Zahlen der Jahresrechnung 2001 wurden für den Dekanatsbezirk mit 354.194 DM und für die Effeltermühle mit 257.147 DM beschlossen, so die Dekanin. Als einen weiteren Schwerpunkt bezeichnete sie die Dekanatsjugendarbeit. Hier habe der Pfarrer Matthias Rückert (Kirchengemeinde Heinersberg/Nordhalben) die Nachfolge des Dekanatjugendpfarrers Reinhard König angetreten. Weiterhin stehe seit März, befristet bis Januar nächsten Jahres mit Thorsten Backer ein Praktikant der Dekanatsjugendarbeit zur Verfügung. Stark beschäftigt habe man sich auch mit dem Thema Kirchenmusik. Seit September stehe mit Marius Popp ein neuer Dekanatskantor zur Verfügung. Er hat, so Frau Richter, seinen Dienst in Kronach mit viel Schwung begonnen und stehe für die halbe Zeit der Kirchengemeinde Kronach und für ein Viertel dem Dekanatsbezirk zur Verfügung. Zur Unterstützung von Pfarrfamilien und zur Förderung der theologischen Ausbildung habe man knapp 1500 ? an das Partnerdekanat in Papua Neuguinea überwiesen. Die Dekanin gab auch die Änderungen bei den Pfarrstellen bekannt. Sie dankte allen Pfarrern, welche immer bereit sind Vertretungen zu übernehmen. Auch Lektoren, Praktikanten und bereits pensionierte Pfarrer würden dabei immer wieder einspringen, lobte Dorothea Richter. Aufgrund der großen Wanderbewegung der Kirchenmitglieder müsse nach 1995 wieder eine Revision des Stellenplanes erfolgen. Vor allem die beiden Großstädte Nürnberg und München haben viele evangelische Mitglieder verloren, was eine Umverteilung der Pfarrstellen nötig macht. Das Dekanat Kronach wird um eine halbe Stelle erhöht, wodurch die Stelle in der Frankenwaldklinik gesichert werden soll. Ferner berichtete sie über die unterschiedlichen Arbeiten und Aktionen in den Kirchengemeinden. Dabei hob sie vor allem die sinnvolle Nutzung alternativer Energien durch Solaranlagen am Pfarrhaus in Burggrub und am Gemeindehaus in Stockheim hervor. Auf der Landesgartenschau haben sich die Kirchen über das bisherige Maß eingebracht. Dabei wurden nicht nur die einladenden Gottesdienste unter freiem Himmel, sondern das gesamte Programm, welches die Kirchen in, wie sie sagte, ?guten ökumenischen Miteinander? durchgeführt haben, gut angenommen. Mit einem gemütlichen Zusammensein der Mitglieder der Dekanatssynode endete ein kurzweiliger Sonntag in der Klöppelschule Nordhalben, wo man auch die Internationale Spitzensammlung besichtigte. (mw)

Sag mir wo die Kinder sind …. Die diesjährige Dekanatssynode stand unter dem Motto ?Arbeit mit Kindern in der Gemeinde?. Dabei gab Pfarrer Dr. Johannes Blohm aus Nürnberg (im Bild), zugleich der landeskirchliche Beauftragte für Kindergottesdienstarbeit, ein Plädoyer für eine kinder ? und familienfreundliche Gemeinde. Foto: Michael Wunder

Weitere Artikel

Dreimal das Ehrenzeichen in Silber

Nordhalben: Drei staatliche Ehrenzeichen wurden bei der Jahreshauptversammlung der Freiwillige

Flößer halten ihre Tradition hoch

Wallenfels: Die Flößergemeinschaft steht wie eine Bank hinter ihrer Führungsmannschaft

Chor und Instrumentalisten zauberten festliche Stimmung

Kronach: Mit dem argentinischen Dirigenten Juan Manuel Orellano, der auch