30 Jahre Frauenunion in Nordhalben

Nordhalben: Lob von allen Seiten erntete die Frauenunion Nordhalben anlässlich ihres 30- jährigen Bestehens. Im bis auf den letzten Platz vollbesetzten "Haus des Gastes" gab es neben einem ausführlichen Rückblick eine eindrucksvolle Festansprache von der Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags Barbara Stamm. Sie löste damit auch ein Versprechen vor der letzten Landtagswahl ein, als sie bereits den Termin für Nordhalben zusagte. Ihr Dank galt der aktiven Frauenunion Nordhalben für 30 Jahre überzeugte Basisarbeit. "Die erfolgreiche Politik der Union in Bayern sei nicht nur den Spitzenpolitikern zuzuschreiben, sondern geschieht von unten in den einzelnen Ortsverbänden", sagte die ehemalige Ministerin. Dem FU- Ortsverband Nordhalben sei es gelungen vor Ort Impulse zu setzten und er habe mit den jeweiligen Vorsitzenden einen engagierten Kampf geführt. "Politik ist eine viel zu ernste Sache um dies allein den Männern zu überlassen", sagte die Abgeordnete. Seitens des Bezirksverbandes Oberfranken sei man deshalb glücklich wieder mit einer Frau im Bayerischen Landtag vertreten zu sein. Nach wie vor müssen die Frauen, obwohl als Wähler in der Überzahl, um gute Plazierungen kämpfen. Das Ergebnis der letzten Kommunalwahl habe gezeigt, dass sich Frauen, trotz hervorragender Bedingungen mit dem Bayerischen Wahlrecht, gerade in kleineren Gemeinden schwer täten. Darüber hinaus sprach sich Stamm für mehr Frauen in Führungspositionen aus. Im Gesundheitswesen etwa, wo viele Frauen beschäftigt sind, wären Frauen in der höchsten Führungsebene notwendig, nannte sie als Beispiel. Die Partei sei ein Spiegelbild der Gesellschaft, deshalb sei ein gutes Miteinander über Genrationen hinweg notwendig, um den erwünschten Erfolg zu sichern. Zur Wirtschaftspolitik meinte sie, dass es gerade der Mittelstand war, welcher in der Vergangenheit Verantwortung übernommen und junge Leute ausgebildet hat. Die Großkonzerne, welche jetzt die fehlenden qualifizierten Arbeitskräfte bemängeln, haben dazu wenig beigetragen. In Bayern sei man stets bemüht gewesen den jungen Menschen, die mit der Heimat verwurzelt sind, eine Zukunftsperspektive vor Ort zu geben.
Zuvor blickte Vorsitzende Elisabeth Wunder in ihrem Rückblick auf den 3. Oktober 1974 zurück, als von zwölf Frauen der FU Ortsverband Nordhalben aus der Taufe gehoben wurde. Marianne Wunder verlaß einen Zeitungsbericht über die Gründungsversammlung, der, so die Vorsitzende, über die Entstehung des Ortsverbandes informierte. Dem Ortsverband, der im Jubiläumsjahr 31 Mitglieder stark ist, standen mit Sigrid Daum (Gründungsvorsitzende), Paula Wachter, Grete Letsch und Elisabeth Wunder bisher vier Vorsitzende vor. In einer kurzen, stichpunktartigen Reminiszenz, ließ die Vorsitzende die Highlights der vergangenen 30 Jahre Revue passieren. Die Erlöse aller durchgeführten Veranstaltungen, von Bastelabenden über Familiennachmittage bis hin zum Flohmarkt wurden immer sozialen, karitativen oder kommunalen Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Neben all diesen Einsätzen, so die Vorsitzende, kam auch das Kulturelle nicht zu kurz. Unvergessen sind die Theaterfahrten, die "schwarzen Nächte" und die "Schuppenabende" im Rübelsgrund. Ihr Dank galt Martina Simon, welche die Kassengeschäfte seit 30 Jahren erfolgreich führt. Kreisvorsitzende Mathilde Hutzl, welche auch die Grüße des Beziksverbandes überbrachte, sagte, die Frauen in Nordhalben haben schon frühzeitig bei den Frauen Interesse für die Politik geweckt. Begeistert sei man seitens des Kreisverbandes vor allem über das gute Zusammenwirken von Frauenunion, Junger Union und dem CSU Ortsverband Nordhalben. Sie dankte allen Mitgliedern, besonders der Führungsspitze, die sich in den vergangenen drei Jahrzehnten für die Frauenunion eingesetzt haben. Die Erfolgsgeschichte des drittältesten Ortsverbandes im gesamten Kreisgebiet begann unter der ersten Vorsitzenden Sigrid Daum, so die Kreisvorsitzende. Bürgermeister Josef Daum bezeichnete die Frauenunion als wichtigen und wertvollen Bestandteil im Gemeinschaftsleben. In Zukunft, so der Bürgermeister, müssten die Kommunen verstärkt Überlegungen anstellen, wie man mit der mittleren und älteren Bevölkerungsschicht umgehen werde. Bei all den bevorstehenden Problemen sei man auf die Mithilfe der Frauen angewiesen, so Daum. Die Glückwünsche der Frankenwald CSU und des Landkreises Kronach überbrachte CSU Kreisvorsitzender und stellvertretende Landrat Joachim Doppel. Er bezeichnete die "Union Nordhalben" als eine tragende Säule im Kreisverband Kronach. Für drei Jahrzehnte enge, freundschaftliche und gute Zusammenarbeit dankte CSU Ortsvorsitzender Michael Wunder. Er forderte von den Abgeordneten eine für den "Normalbürger" verständlichere Politik, die der Bürger auch wieder versteht. JU Ortsvorsitzender Harald Wunder sprach den Frauen für ihr ehrenamtliches, aktives Eintreten Glückwünsche aus und wünschte viele neue Mitglieder. Der langjährige Abgeordnete Heinz Hausmann, der mit Nordhalben seit langem eng verbunden ist, ging in seinem Grußwort vor allem auf die Wichtigkeit der Familienpolitik ein. Auch er dankte der FU Nordhalben für die gute und erfolgreiche Arbeit. Zum Schluss bedankte sich Vorsitzende Elisabeth Wunder allen Besuchern, den Helfern und der Jugendgruppe des Musikvereins Wallenfels, welche die Veranstaltung musikalisch mitgestaltete. Der Reinerlös der Veranstaltung wird für die Renovierung der Marienkapelle zur Verfügung gestellt. mw

"Hohen Besuch" hatte die Frauenunion Nordhalben bei der Feierstunde ihres 30- jährigen Bestehens. Die Festansprache hielt die langjährige Ministerin und jetzige Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags Barbara Stamm (2 v.l.). Seit der Gründung führt Martina Simon (5 v.l.) die Kassengeschäfte des Ortsverbandes, wofür ihr besonders gedankt wurde. Mit im Bild v.l. CSU Kreisvorsitzender und stellvertretender Landrat Joachim Doppel, CSU Ortsvorsitzender Michael Wunder, FU Kreisvorsitzende Mathilde Hutzl, FU Ortsvorsitzende Elisabeth Wunder, ihre Stellvertreterin Marianne Wunder, Heinz Hausmann, Bürgermeister Josef Daum und JU "Chef" Harald Wunder. Foto: Michael Wunder

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