Rodachtal: Nach vier Jahren intensiver Arbeit ist beim Projekt Lebensqualität durch Nähe (LQN) der große Durchbruch gelungen. Auch wenn letztendlich weniger das Projekt, sondern vielmehr die Politik ihren Beitrag dazu lieferte, war die Freude bei allen Beteiligten riesig groß. Der Vorsitzende der Frankenwald CSU Joachim Doppel – gleichzeitig auch Koordinator bei LQN – konnte als langjähriger enger Vertrauter des Bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber erreichen, dass zunächst für Nordhalben ein altes Privileg aus der Zeit um 1500 wieder eingeführt wird. Neben der Befreiung von Frondiensten brauchen die jungen Nordhalbener Männer künftig keinen Wehrdienst mehr zu leisten. Das Beste für die Einwohner und Geschäftstreibenden von Nordhalben wird aber die Befreiung von jeglichen Steuern sein. Für Nordhalben wird dies sicherlich einen großen Aufschwung geben, zumal man ja im nächsten Jahr die Mehrwertsteuer im ganzen Land weiter erhöht.
Waren damals mit der Entscheidung die Vögte und Bischöfe bestrebt, sich mit Nordhalben besonders gut zu stellen, so vermutet man heute, dass der Ministerpräsident wieder Frieden mit der Frankenwald CSU schließen und seinen wichtigen Mitstreiter Joachim Doppel wieder auf seine Seite ziehen will. Als offizielle Erklärung für die doch so überraschende Mitteilung aus München nannte man den Sonderstatus von Nordhalben – es war fast 150 Jahre als Condominat anerkannt. Mit dieser Entscheidung will man auch die Kaufkraft vor Ort stärken (ein großen Ziel im Projekt LQN) und den ländlichen Raum stärken. Sollte dies binnen kürzester Zeit gelingen, schließt man eine Erweiterung der Regelungen auf das gesamte Rodachtal nicht aus. Wie ein Sprecher aus dem Ministerium in München verlauten ließ, könne man sich als Termin für Steinwiesen und Wallenfels den Fertigstellungszeitpunkt des gemeinsamen Pavillons vorstellen. Man will in Steinwiesen und Wallenfels die etwas längere Vorbereitungszeit nutzen, um bis dahin auf den Ansturm von außerhalb gewappnet zu sein, sagte der Kernteamsprecher Wieland Beierkuhnlein. Er hat deshalb bereits ein neues Kassensystem eingeführt und bietet für die wenigen Tage bis zur Fertigstellung des Pavillons (er geht davon aus, dass dann auch die Steuerbefreiung für Steinwiesen gilt) anstelle des Rabatts für die Rodachtalkarte gleich einen Nachlass in Höhe der Mehrwertsteuer. Er denke mit dieser Maßnahme nicht nur an die Verkehrströme, sondern will damit auch für die beengten Verhältnisse in seinen Verkaufsräumen Vorsorge treffen.
Gefordert ist zunächst Nordhalben, wegen des Steuererlasses rechnet man mit einen ähnlichen Ansturm wie zu Zeiten der Grenzöffnung. Seitens des Gemeinderates habe man auch wieder eine Mautpflicht am Ködelberg ins Auge gefasst. Der Marktgemeinderat wird deshalb heute zu einer Sondersitzung zusammentreffen, um die Details zu besprechen. Es gibt auch bereits sinnvolle Vorschläge, wonach man aus den Mauteinnahmen die durch den heftigen Winter in Mitleidenschaft gezogenen Straßen baldmöglichst reparieren will. Eigentlich sollte bis zum Abschluss der Planungen und die Vorbereitung auf den großen Ansturm stillschweigen verwahrt werden, jedoch konnte es Joachim Doppel nicht erwarten und trat erneut als erster an die Presse. mw

Der Kernteamsprecher Wieland Beierkuhnlein ist als erster auf den Zug aufgesprungen und bietet bereits ab heute 13 Uhr seine Verkaufsartikel um den Betrag der Mehrwertsteuer niedriger an. Der Sprecher des Arbeitskreises Wirtschaft sieht die positiven Signale als Zeichen seiner Aktivitäten an. Der Koordinator des Projekts LQN Joachim Doppel konnte es wiederum nicht erwarten und ging als erster mit der "frohen Botschaft" an die Öffentlichkeit, beim Pressetermin war er jedoch schon wieder Richtung München unterwegs, um noch einige Details mit Ministerpräsidenten Edmund Stoiber abzuklären. Foto: Michael Wunder