Abwasserzweckverband gibt Planung für nächsten Bauabschnitt in Auftrag

Nordhalben/Geroldsgrün: Aufgrund weitreichender Entscheidungen trafen sich die Gemeinderäte aus Nordhalben und Geroldsgrün auf der Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Ölsnitz/Rodachtal. Wie der Verbandsvorsitzende Bürgermeister Helmut Oelschlegel eingangs sagte, stehe im Zuge der Ertüchtigung der Anlage eine weitere wichtige Entscheidung an, weshalb er neben den ordentlichen Verbandsräten, die Gesamtgemeinderäte anhören will. Er blickte zunächst auf das letzte gemeinsame Treffe im Jahr 2000 zurück, als man "grünes Licht" für eine Ertüchtigung der 25 Jahre alten Anlage gab. Vorab habe man in einem ersten Schritt bereits die Phosphatfällmittelstation errichtet. Der ursprüngliche Planungsentwurf aus dem Jahre 1992 mit sieben Millionen DM wurde verworfen und man entschied sich eine verfahrenstechnische Optimierung mit Kosten in Höhe von 1,2 Millionen DM. Das bisher tätige Ingenieurbüro Miller aus Nürnberg erhielt den Planungsauftrag für die Stickstofffällung. Ziel, so Oelschlegel, war es, das in drei Losen aufgeteilte Vorhaben zumindest mit der neuen Flächenbelüftung und der neuen Meß- und Regeltechnik im Jahr 2001 abzuschließen. Der 3. Abschnitt mit der Erneuerung der Rechenanlage wurde zurückgestellt und sollte später folgen. Nicht nur die knapp kalkulierte Zeit, sondern auch Koordinationsprobleme haben dazu geführt, dass man erst Mitte 2002 die Abnahme der Anlage habe durchführen können. Auch seien eine Reihe von Mängel festgestellt worden, welche teilweise bis heute nicht beseitigt sind. Auch könne noch nicht von einem optimalen Verfahrensprozess gesprochen werden. Die gesamte Bauverzögerung sei schließlich bei den Verbandsräten auf Unverständnis gestoßen. Der anwesende Seniorchef des Planungsbüros sollte mit dem zuständigen Planer über die Mißstände Stellung nehmen, so Oelschlegel. Herr Miller zeigte zunächst volles Verständnis für die derzeitige Lage des Abwasserzweckverbandes. Sein Büro stehe schon lange mit dem Verband in geschäftlicher Verbindung und man sei über diese Lage absolut nicht glücklich, so Miller. Auf der anderen Seite sei man immer bemüht die kostengünstigste Lösung zu finden. Intensive Vorplanungen haben zunächst ergeben, dass die Anlage wesentlich kleiner, als zunächst angenommen, umzubauen ist. Dabei konnte man sich auf die Änderung auf verfahrens- und elektrotechnischem Weg beschränken. Man habe nunmehr eine Anlage, welche die optimale Ausbaugröße aufweise und bei der alle geforderten Werte eingehalten werden können. Bei verschiedenen Sachen habe es Lieferschwierigkeiten gegeben, so Miller und auch die Umstellung und Abgleichung einer derartigen Umbaumaßnahme sei schwieriger als ein Neubau. Er versprach die "Baustelle" baldmöglichst zur Zufriedenheit des Kunden abzuschließen. Der zuständige Ingenieur Wolf führte auch das schlechte Wetter im Winter an, welches das Vorhaben um vier Monate zurückgeworfen hat. Auch habe man neben verschiedenen Lieferschwierigkeiten einige Softwareprobleme beheben müssen, was sich in die Länge zog. Die zuständige Firma sei mittlerweile "Online" mit der Anlage verbunden und könne so auftretende Fehler umgehend beheben. Eine weitere Verbesserung der Werte können mit der noch immer fehlenden Rechenanlage erzielt werden, so der Planer. Vorsitzender Oelschlegel nannte den Feinrechen am Klärwerkseingang als ein unabdingbares Bauteil, welches als nächstes in die Planung aufzunehmen ist. Die Schwierigkeit hierbei sei zweifelsohne wegen fehlender Regenrückhaltebecken die Auslegung der Anlage. Auch der Planer machte auf die großen Unterschiede in der Schmutzwasseraufnahme der Anlage aufmerksam. Er schlug deshalb die Planung eines Doppelrechens vor, welcher nach der Errichtung der Regenüberlaufbecken als Einfachrechen mit Reserverechen genutzt werden kann. Die Verbandsführung wurde deshalb beauftragt entsprechende Planugen in Auftrag zu geben. Ein Restdarlehen in Höhe von 184 000 Euro konnte, nachdem der Verband sich in den vergangenen Jahren ziemlich entschuldet hat, aufgenommen werden. Der Vorsitzende legte für die Ersatzanschaffung einer Einlaufmessung und von zwei pH- Messegräten Kostenangebote vor. Die Anschaffung in einer Höhe von 7 000 Euro wurde einstimmig beschlossen. Am Ende informierte Oelschlegel noch über einen Kostenvoranschlag für die Reparatur des Rundräumers am Nachklärbecken. Die Kosten für die Instandsetzung des seit 25 Jahren rund um die Uhr laufenden Räumers belaufen sich auf 20 000 Euro und sollen erst bei dringendem Bedarf durchgeführt werden. (mw)

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