Nordhalben: Rund 150 vorwiegend ältere Bürgerinnen und Bürger sind den gemeinsamen Aufruf der Gemeinde Nordhalben und der Sozialstation gefolgt und haben die Informationsveranstaltung "Betreutes Wohnen zu Hause" im "Haus des Gasts" besucht. Bürgermeister Josef Daum der die Veranstaltung einleitete, sagte, dass eine Überalterung der Bevölkerung, verbunden mit dem Weggang vieler Jugendlichen, ein großes Problem darstelle. Die soziale Absicherung sei gefährdet und die Wege der älteren Bürger führen immer häufiger als bisher in Altenheime, es sei deshalb auch seitens der Kommunen ein Umdenken notwendig. Habe man bislang überwiegend eine Infrastruktur für die Jugend geschaffen, müsse man sich nunmehr verstärkt der älteren Generation zuwenden. Diese weit verbreitete Situation sei vielen Verantwortlichen in den Kommunen bekannt, bisher haben aber nur wenige Lösungsüberlegungen angestellt. Das Altenheim sei für viele neben dem sozialen- auch teilweise ein finanzielles Problem. Die Vorstellung der Stadt Germering, wo bereits ein Pilotprojekt "Betreutes Wohnen zu Hause" durchgeführt wurde, habe voll überzeugt, dieses gelte es nunmehr auch in Nordhalben in die Tat umzusetzen. Im Vorfeld konnte die Caritas als Träger gewonnen werden und auch die Genehmigung als eines der ersten Pilotprojekte in Oberfranken wurde bereits erteilt. Es sind, so der Bürgermeister, nunmehr die besten Voraussetzungen geschaffen, um das Modell mit professioneller Betreuung und ehrenamtlicher Unterstützung in die Tat umzusetzen. Bevor die für Nordhalben zuständige Betreuerin Christine Pfadenhauer das Konzept den Besuchern näher brachte, stelle der Kreisgeschäftsführer Christian Behner die Mitarbeiter der Sozialstation Steinwiesen vor. Wie er sagte wolle man mit diesem Vorhaben den Bürgern ein höchstmögliches Maß an eigenständiger Lebensführung in ihrem vertrauen Wohnumfeld sichern. Die neun Punkte aus den Grundleistungen, welche für Einzelpersonen für 40 Euro (Ehepaare 70 Euro) pro Monat zu buchen sind, umfassen wöchentliche Besuche, soziale Beratung und Betreuung, die Zusammenarbeit mit Ärzten, Therapeuten und anderen Stellen, eine Rufbereitschaft, Informationen sowie die Vermittlung von Wahlleistungen. Diese erstrecken sich von Haushaltshilfen, Einkaufservice, Wohnungsbetreuung, Fahr- und Begleitdienste bis hin zur ambulanten Pflege. Auch könne täglich ein warmes Essen in Form von Essen auf Rädern oder ein Hausnotruf angeboten werden. Zur Erbringung der kompletten Dienstleistungen bediene sich die Caritas auch Kooperationspartner wie dem Roten Kreuz. Die Wahlleistung wird nach Aufwand abgerechnet. Christine Pfadenhauer stellte abschließend heraus, dass dieses Projekt keine Konkurrenz zu Pflegeheimen darstellt, sondern lediglich eine Ergänzung ist. Wie sie sagte, sind dem Projekt bei verschiedenen Krankheiten auch Grenzen gesetzt. Um schnellstmöglich beginnen zu können werde man jetzt eine Bedarfsermittlung durchführen, sie forderte die Interessenten auf sich zunächst für eine unverbindliche Kontaktaufnahme mit der Sozialstation in Verbindung zu setzten. Bürgermeister Josef Daum unterstrich am Schluss nochmals die Notwendigkeit des Handelns. Auch der Gemeinderat stehe hinter dem Projekt und habe eine finanzielle Anschubfinanzierung genehmigt, sagte er abschließend. mw