Steinwiesen: Anlässlich des Bürgerfestes in der Turn- und Festhalle zeichnete der Markt Steinwiesen verdiente Vereinsfunktionäre aus. Bürgermeister Gerhard Wunder konnte dabei an 15 aktive Gemeindebürger die Bürgernadel des Marktes in Gold, Silber bzw. Bronze verleihen.
– von Michael Wunder –
Bürgermeister Gerhard Wunder sagt, es gilt das bürgerschaftliche Engagement dieser Bürger herauszustellen. Er erinnerte an die Geschichte, wonach bereits im deutschen Kaiserreich nach 1871, viele neue Bereiche des Vereinsehrenamtes entstanden sind. Um die Jahrhundertwende und verstärkt in der Weimarer Republik ab 1918 wurde in Bayern manche bis dahin ehrenamtlich versehene Tätigkeit von staatlichen Einrichtungen übernommen. Außerdem gründeten sich große Verbände, es entstand das Verbandsehrenamt, das sich in der Praxis aber kaum vom Ehrenamt im Verein unterschied, so Wunder. Damals wie heute sahen Bürgerinnen und Bürger aus ihrer Verantwortung heraus Aufgaben zu übernehmen, die der Staat nicht so ohne weiteres lösen konnte. Der Zeit des Wandels erfordert aber stetige Veränderungen, auf welche sich auch das Ehrenamt und somit auch das bürgerliche Engagement einstellen muss.
Der Bürgermeister sagte: "Die Bürgerinnen und Bürger, die ich heute mit der Bronzenen, Silbernen oder Goldenen Ehrennadel des Marktes Steinwiesen für ihre Arbeit in ihren Vereinen auszeichnen kann, sind lebende Beispiele für bürgerschaftliches Engagement. Sie haben zum Teil über Jahrzehnte hinweg Verantwortung für ihre Vereine oder Organisationen und somit auch für die Gemeinde Steinwiesen übernommen. Ohne solche Männer und Frauen wäre ein gedeihliches Vereinsleben und ein gesellschaftliches Miteinander nicht möglich.
Der Staat allein kann zwar viel organisieren und an sich ziehen, aber eben nicht mit Leben- und Selbstwertgefühl ausfüllen", so der Bürgermeister. Die Bürgerinnen und Bürger wollen wieder selbst mitbestimmen und mitgestalten, was in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld geschieht. Durch die verstärkte Arbeit in Vereinen und Verbänden wird auch das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Dorfgemeinschaft gestärkt. Eine wichtige Erkenntnis dabei ist, nicht nur die eigenen Probleme zu sehen, sondern auch die Probleme und Schwierigkeiten der Mitmenschen zu erkennen und mitzuhelfen diese zu beseitigen. Es müssen alle verstärkt wieder lernen, Verantwortung für sich selbst, die Familien und den Gemeinwesen zu übernehmen. Dabei soll der Staat die Rahmenbedingungen schaffen und Hilfestellung in verschiedenen Bereichen geben. Eine vollständige Abhängigkeit von staatlichen Leistungen und staatlichen Einrichtungen wäre nach Ansicht des Bürgermeisters der verkehrte Weg. Er rief deshalb alle auf, die Vereine und Organisationen wie bisher auch in der Zukunft zu unterstützen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich in die Arbeit der Vereine und Verbände einzubringen, so Gerhard Wunder. Selbst die Jugend ist bereit, künftig mehr Verantwortung zu übernehmen, die Null- Bock Generation ist out. Die heutige junge Generation blickt wieder optimistisch in ihre persönliche Zukunft. Die Jahre des Ausstiegs und der Lustlosigkeit sind vorbei, die Jugendlichen von heute zeigen heute wieder in erhöhtem Maß persönliche Leistungsbereitschaft, denken eher an Bildung und Beruf, wobei Fleiß und Ehrgeiz eine elementare Rolle spielen. Der Markt Steinwiesen hat in der Vergangenheit immer seine Vereine unterstützt und wird dies auch in der Zukunft im Rahmen seiner Möglichkeiten tun, versprach der Bürgermeister vor der Überreichung der Bürgermedaillen. Die Medaille in Gold konnte der 1. Präsident des in Deutschland einzigartigen Lügensagervereins Rudi Bienlein, der zugleich auch der Präsident der Faschingsgesellschaft Steinwiesen ist, in Empfang nehmen. Ebenfalls mit Gold wurden der 1. Vorsitzende des MSC Steinwiesen Gerhard Simon ausgezeichnet, er versieht dieses Amt bereits seit 20 Jahren und Josef Panzer, welcher seit 30 Jahren die Kassengeschäfte der Krieger- und Soldatenkameradschaft führt. Mit Albin Hader (Nurn) sowie Mathilde und Heinrich Bätz (Neufang) wurden drei Vertreter des Bayerischen Bauernverbandes ausgezeichnet, welche seit über 30 Jahren als Bauernvertreter fungieren. Ewald Rehm steht dem DJK- SV Neufang seit 20 Jahren als Schriftführer zur Verfügung und wurde wie der 2. Präsident des Lügensagervereins Reinhard Beierkuhnlein mit der Silbernen Bürgernadel ausgezeichnet. Bronze konnte der Bürgermeister verleihen an: Robert Biel (5 Jahre Vorsitzender des VdK- Ortsverbandes Nurn), Josef Michel (10 Jahre 2. Vorsitzender bei der Krieger- und Soldatenkameradschaft Steinwiesen) Klaus Wunder (10 Jahre 2. Vorsitzender des Musikvereins Steinwiesen), Hans Feil (10 Jahre 3. Vorsitzender des Musikvereins Steinwiesen) sowie Horst Greifenstein, der seit fünf Jahren den Musikverein Steinwiesen als 1. Vorsitzender führt. Ferner wurden von der Faschingsgesellschaft Steinwiesen der 2. Präsident Reinhard Wiedel und der 3. Präsident Hans Behrschmidt mit der Bronzenen Nadel vom Bürgermeister ausgezeichnet. Das Gemeideoberhaupt dankte für den Markt Steinwiesen allen, die sich im Sinne des bürgerschaftlichen Engagements eingebracht haben. Begrüßt wurden die Gäste zum Bürgerfest vom Rot Kreuz Bereitschaftsleiter Jürgen Deuerling, dessen Organisation für die Durchführung verantwortlich war und auch den Reinerlös der Veranstaltung für die Rot Kreuz Heim Renovierung zugesprochen bekam. Für gute Stimmung sorgte der Musikverein unter der Leitung von Wolfgang Schrepfer. (mw)
Als neue Träger der Goldenen Bürgernadel konnte Bürgermeister Gerhard Wunder (links) folgende Bürgerinnen und Bürger der Großgemeinde Steinwiesen auszeichnen v.l. Albin Hader (Nurn), Heinrich und Mathilde Bätz (beide Neufang), sowie Gerhard Simon, Rudi Bienlein und Josef Panzer (alle Steinwiesen). Foto: Michael Wunder
Diesen acht Männern dankte Bürgermeister Gerhard Wunder (rechts) für ihr ehrenamtliches Engagement, sie wurden anlässlich des Bürgerfestes mit der Bürgernadel in Silber bzw. Bronze durch den Markt Steinwiesen ausgezeichnet. Foto: Michael Wunder