– von Michael Wunder –
Neukenroth: Die zahlreichen Fans der Silhouettes zog es am vergangenem Samstag wieder aus ganz Oberfranken nach Neukenroth in die Zecherhalle.
Während diesen Jahres waren die sechs Musiker unterwegs auf ihrer "40er Tour", denn 1966 wagten sie sich erstmals auf eine Bühne – Musik der 60er und 70er Jahre, von Beatles bis Rolling Stones, Bee Gees bis Procol Harum, Joe Cocker und Crosby, Stills & Nash, aber auch Dire Straits oder Bruce Springsteen und natürlich werden auch alle Facetten dazwischen von den Musikern um Werner Pöhlmann, Jim Taylor und Wolfgang Bodenschatz abgedeckt. Zwischendurch tritt auch schon mal ein "Gastmusiker" mit auf die Bühne, um die "Ausfälle" zu kompensieren. Wer die Musik jener Zeit stilgerecht und mit dem feeling jener magischen Musikära gespielt hören möchte, für den sind die Silhouettes mit Sicherheit " die richtige Adresse". Selbst ein Thomas Gottschalk, Kumpel aus jungen Jahren, erkundigt sich immer wieder wann und wo sie zu hören sind, und kommt auch mal vorbei.
Die Silhouettes traten von 1966 bis 1973 gemeinsam auf, dann war, bedingt durch räumliche Trennung, musikalisch Funkstille. Im Sommer 1980 gab es dann das Revivalkonzert, seitdem tritt man rund 30 Mal im Jahr auf. Der vor 40 Jahren am Münchberger Gymnasium aufgegangene musikalische Stern setzt seine "40er Tour" mit noch zwei Termine in diesem Jahr fort. Bereits am kommenden Samstag ist man in Hof bei der Bürgergesellschaft zu Gast und am 27. Dezember steht man im Apollo- Kino in Münchberg auf der Bühne.
Der überwiegende Teil der Besucher ist bei den Silhouettes im oberen Teil des Altersklientels angesiedelt.
"Ich kenne diese Gruppe seit den Anfängen vor 40 Jahren", sagte Josef Kestel (56) aus Neukenroth. Der Architekt schwärmt noch wie vor vier Jahrzehnten von der Klasse der Musik, welche die mittlerweile ins Alter gekommenen Musiker durch die Lautsprecheranlage lassen. "Silhouettes ist Kult", früher habe man Bayernweit agiert und die verschiedensten Säle in Stimmung gebracht, sagte er. Die Hälfte der Anhänger ist immer dabei, egal wo die Gruppe auftritt. Den Gründer der Gruppe Werner Pöhlmann bezeichnete er als musikalischen Genie, wobei die Brillanz der anderen Musiker nicht unterbewertet wird. Er selbst sei bei den Auftritten im Oberfränkischen Raum fast immer dabei, in seiner Heimatgemeinde sei es ein Pflichttermin. Er erinnerte an die Zeiten vor 40 Jahren, als man alte Autos zusammen gebaut hat und Altöl sammelte, um die Termine der Musiker live wahrzunehmen. Bettina Karl (49) aus Burggrub schätzt die schöne und originelle Tanzmusik. "Damals als wir noch jung gewesen sind, waren das unsere Hits, welche heute die Gruppe spielt. Man muss weit gehen, um etwas gleichwertiges an Livemusik zu finden", sagte sie. Nicht nur die Musiker, sondern auch die Fans der Gruppe sind in ihrem Alter gut drauf. Auch die Mitglieder der Zechergemeinschaft, welche fast immer als ehrenamtliche Helfer dabei sind, äußern sich positiv über die Silhouettes. Elke Wachter (40), die mit ihrer gesamten Familie hilft, sagte, dass das gesamte Umfeld stimme. Es mache riesigen Spaß auch hinter dem Tresen zu stehen und sich die Songs beim Arbeiten anzuhören. mw
Die Silhouettes ließen es eine Woche nach der Einweihung des Erweiterungsbaues der Zecherhalle knallen. Wiederum fanden sich zahlreiche Fans aus der gesamten Region in Neukenroth ein. Foto: Michael Wunder