Rothenkirchen/Tschirn: Die Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz aller Beschäftigten ist ein wesentliches Grundanliegen des seit dem vergangenem Jahr für die Bewirtschaftung des Bayerischen Staatswaldes zuständigen Unternehmens Bayerische Staatsforsten. Deshalb führt man auch in regelmäßigen Abständen neben den betrieblichen Unterweisungen und professioneller Schulungen der Unfallverhütungsvorschriften auch Einsatzübungen durch, um für den Notfall gerüstet zu sein. Gerade bei der Arbeit der Forstwirte, oft im unwegsamen Gelände und abseits öffentlicher Straßen, gilt es, arbeitsbedingt Gesundheitsgefahren so gering wie möglich zu halten. Im Forstbetrieb Rothenkirchen haben die beiden Sicherheitsbeauftragten Georg Scherbel und Klaus Weiß einen speziell auf die örtlichen Verhältnisse abgestimmten Rettungsplan erstellt. Dieses in Absprache mit den zuständigen Rettungsleitstellen entwickelte Papier bildet an jedem Arbeitsort im Wald die Grundlage für den Unfallschutz. Bei der jüngsten Übung im Distrikt Reichenbacher Wald der Abteilung Haidäcker ging es gezielt um die Bergung eines verletzten Waldarbeiters in einem unwegsamen Steilhang. Nach der Erstversorgung durch das Rote Kreuz wurde der Holzhauer mit einem speziellen Schleifkorb, welcher an einer dafür aufgebauten Seilbahn hing, schonend geborgen. Bei der Übung nahe Tschirn wurde neben dem Zusammenspiel mit dem Roten Kreuz und den Forstdienststellen auch die Zusammenarbeit der vor Kurzem ins Leben gerufenen Höhenrettungsgruppe mit der Bergungsgruppe geprobt. Wie man bei der von Zugführer Ralf Trebes geleiteten Übung ausging, kann der Rettungswagen auf dem schlechten Waldweg nicht bis zur Bergungsstelle vorfahren, deshalb wurde der Verletzte mit dem "Argo" bis zur befahrbaren Straße gebracht. Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um ein achträdriges, schwimmfähiges und besonders geländegängiges kleines Fahrzeug, das mit dem Lastkraftwagen "angeliefert" wird. Der "Patient" wurde schließlich mit einem Rettungswagen des Roten Kreuzes in die Klinik gebracht. Bei der sich anschließenden Einsatzbesprechung war man sich trotz des professionellen Einsatzes der Rettungskräfte auch mit dem zuständigen Forstbetriebsleiter Peter Hagemann einig: "Der beste Unfall ist der, welcher erst gar nicht passiert". mw

Für die Bergung eines verletzten Waldarbeiters am Steilhang wurde eine Seilbahn gebaut und der Verletzte mit dem Geländewagen "Argo" bis zur befahrbaren Straße gebracht. Foto: Michael Wunder