Jagdgenossenschaft Nordhalben schüttete Jagdpachtschilling aus

Nordhalben: In harmonischer Gemeinsamkeit verlief diesmal die Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Nordhalben, was gerade in Anbetracht der Neuverpachtung der Jagd in der Vergangenheit nicht immer so war. Auch in diesem Jahr hatte man sich wieder mit der erst im vergangenen Jahr verpachteten Jagd zu befassen. Nach verschiedenen Schwierigkeiten mit einem der beiden Pächter, der es nach den Worten des Jagdvorstehers Ludwig Wunder nicht so ernst mit den vertraglichen Vereinbarungen genommen hat, sei dieser freiwillig aus dem Pachtvertrag ausgestiegen. Formell müsse deshalb der Beschluß gefaßt werden, dass man damit einverstanden sei, was die Versammlung ohne Gegenstimme tat. Mit dem weiteren Pächter, der auch im vergangenen Jahr den finanziellen Anteil des anderen mit beglichen hat, sei man sehr zufrieden. Nachdem er nicht ständig vor Ort ist, habe er auch einige Jäger der Umgebung eingesetzt. Aufgrund dieser Gegebenheiten fiel es der Versammlung auch nicht schwer dem Wunsch des Pächters zu entsprechen, indem man seinem Sohn den Anteil des ausgeschiedenen Pächters überträgt. Somit ist die Nordhalbener Jagd für die restliche Laufzeit des Pachtvertrags in den Händen von Adolf und Andreas Koppelhuber. Jagdvorsteher Ludwig Wunder sagte in seinem Tätigkeitsbericht, dass man die Beschlüsse der Hauptversammlung umgesetzt hat. Die Vorstandschaft habe wegen der Pachtsituation entschieden, dies der Jahreshauptversammlung zu überlassen. Entscheidend für die Jagdgenossenschaft Nordhalben ist, dass man jetzt wieder zwei aktive und zuverlässige Pächter mit einigen Jägern vor Ort habe. Auch sei man froh über die Tatsache, dass die Wildschäden direkt von den Pächtern beglichen werden. Dies führe zu einer wesentlichen Vereinfachung was Schadensschätzungen und Auszahlungen angeht. Auch die Wildfütterung in diesem Winter habe durch Max Stark und seine Helfer hervorragend geklappt, so Wunder. Über die Verleihung der genossenschaftlichen Maschinen berichteten die jeweiligen Maschinenhalter Andreas Querfurth, Waldemar Wunder und Ludwig Wunder. Das Protokoll der letztjähren Versammlung trug Ingrid Kübrich vor. Von einem finanziell besseren Jahr als dem Vorjahr berichtete Kassenwartin Elke Volmer. Ihr wurde von den Kassenprüfern Andreas Querfurth und Michael Wunder bescheinigt, dass Buch- und Kassenführung in Ordnung sind und die Eintragungen der Belege übereinstimmen. Sie wurde auf Vorschlag von Andreas Querfurth genauso wie die gesamte Vorstandschaft einstimmig entlastet. Jeweils einstimmig wurde auch der Jagdpachtschilling vergeben. Dabei gingen je 500 Euro an die Klöppelschule Nordhalben zum Ausrichten des 100 jährigen Gründungsfestes und an die Waldbauernvereinigung für die Renovierung der Büroräume in Steinwiesen. Über 250 Euro kann sich der kath. Kindergarten Nordhalben freuen, die Mittel werden jedoch zweckgebunden für Spielsachen oder Geräte eingesetzt. Weiterhin will man Duftzäune erneuern und Feldwege herrichten. Zum Beauftragten des Wegebaues wurde Waldemar Wunder bestimmt. Über das Schwarzwild berichtete der Privatwaldberater Peter Schmittnägel, der gleichzeitig das Forstamt Nordhalben vertrat. Der vermehrte Schwarzwildbestand im Revier Nordhalben habe mehrere Gründe, so Schmittnägel. Zum einen hatten die Wildschweine in der ehemaligen DDR das "Paradies auf Erden" und konnten unter idealen Bedingungen jenseits des eisernen Vorhangs leben, zum anderen kommt der Klimawechsel mit den milden Wintern den Schweinen entgegen. Auch wurde in der Vergangenheit nicht gerade intensiv genug nach Schwarzwild gejagt und die Abschlußstrukturen seien auch nicht in Ordnung, so der Förster. Der Forstamtmann apellierte an die Kollegen, die Fütterung mit Vernunft durchzuführen und keine Essensabfälle auszutragen. Die neuen Jagdpächter müssten deshalb vermehrt den Wildschweinen nachgehen, um die Wildschäden zu minimieren. Der neue Pächter Adolf Koppelhuber sagte, er fühle sich bereits nach einem Jahr in Nordhalben sehr wohl. In Nordhalben sei ein wunderbares Klima und ein "schönes" Jagen möglich. Auch mit dem Abschuß könne er mehr als zufrieden sein. Landschaftlich und für Touristen wäre es schön, wenn die nicht mehr benötigte Zäune aus den Wäldern entfernt werden könnten, so Koppelhuber. Er lud deshalb alle Jagdgenossen zum Jagdessen ein. Für die Arbeit in der Gemeinschaft dankte 2. Bürgermeister Michael Wunder. Sein Dank galt der Jagdgenossenschaft für die Spenden an den Kindergarten und besonders für die Klöppelschule. Eventuell könne man im nächsten Jahr die Renovierung des Kriegerdenkmal, das anläßlich der 850 Jahrfeier renoviert wird, unterstützen. Wunder dankte auch den Jagdpächtern für die Hege und Pflege der Nordhalbener Jagd. Für die Spende der Waldbauernvereinigung dankte deren Geschäftsführer Michael Pöhnlein. (mw)

Jagdvorsteher Ludwig Wunder (Mitte) ist froh neben den bewährten Jäger Adolf Koppelhuber (links) mit dessen Sohn Andreas (rechts) wieder zwei Pächter für die große Nordhalbener Jagd zur Verfügung stehen. Foto: Michael Wunder

Weitere Artikel

Dreimal das Ehrenzeichen in Silber

Nordhalben: Drei staatliche Ehrenzeichen wurden bei der Jahreshauptversammlung der Freiwillige

Flößer halten ihre Tradition hoch

Wallenfels: Die Flößergemeinschaft steht wie eine Bank hinter ihrer Führungsmannschaft

Chor und Instrumentalisten zauberten festliche Stimmung

Kronach: Mit dem argentinischen Dirigenten Juan Manuel Orellano, der auch