– von Michael Wunder –
Nordhalben: Rechtzeitig vor dem bevorstehenden Wintereinbruch konnte der als Forstwirtschaftsweg gebaute "Ochsengrundweg" im Rohbau fertiggestellt werden. In den letzten Wochen wurden unter der Bauträgerschaft der Marktgemeinde Nordhalben rund 40 Hektar Privat- und Körperschaftswald erschlossen. Mit der Fertigstellung der Rohbautrasse wurde ein wichtiger Bauabschnitt des wohl schwierigsten Forstwegebaues im Privatwald der Region abgeschlossen. Unter der Planung und Bauleitung von Forstamtmann Peter Schmittnägel konnte in knapp neun Wochen Bauzeit etwa drei Kilometer Waldweg mit Rückeweganschlüssen in dem bisher für die Waldbewirtschaftung unzugänglichem Waldgebiet zwischen Nordhalben und Stoffelsmühle gebaut werden. Schwierig war dieser Weg auch deshalb, weil erst nach über 30 Jahren einige anliegende Waldbesitzer von der Notwendigkeit des Wegebaues überzeugt werden konnten. Wie sich jetzt herausstellte, machten die extremen Steilhänge, zum Teil anstehender Fels aber auch Weichböden in den Seitengräben den Bau nicht gerade einfach. Besondere Sicherheitsmaßnahmen mussten auch wegen der am Hangfuß verlaufenden Staatsstraße bei der Durchführung des Trassenaufhiebes und bei den Erdarbeiten ergriffen werden. Hilfreich beim Trassenaufhieb war besonders, dass die beteiligten Waldbesitzer die Organisation und Durchführung der notwendigen Fällungsmaßnahmen in die Hände der Waldbauernvereinigung Frankenwald (WBV) gaben. Nach dem Fällen der Bäume durch die Forstwirte wurde eine Rückespur angelegt und das Holz auf dieser gerückt. Mit einem schweren Raupenharvester arbeitete man das Holz auf und formte es zu Fixlängen. Mit einem Forwarder wurden dann die einzelnen Sortimente an Lagerplätze entlang der Trasse gebracht. Auch die Vermarktung des Holzes erfolgte zentral über die WBV, wobei auch aufgrund der angefallenen Menge ein akzeptabler Preis erzielt wurde. Laut Aussage des Bauleiters Peter Schmittnägel liegen die Kosten für die bisher ausgeführten Baumaßnahmen dank der bisherigen günstigen Witterung, der guten Arbeit der Maschinenführer und der reibungslosen Organisation im Rahmen der veranschlagten Baukosten. Nach einem "Ausfrieren" der Strecke in den Wintermonaten soll die Maßnahme mit der Aufschotterung der Verschleißschicht im Frühjahr abgeschlossen werden. Das der Weg dringend notwendig war, zeigt das gesamte Waldbild. Eine Waldbewirtschaftung war in diesem fast nicht zugänglichen Gebiet bisher nicht möglich. Durch den Weg wurde der Wert der Waldgrundstücke erheblich gesteigert. Es können nunmehr nicht nur die Borkenkäfer bekämpft werden, sondern auch dringend notwendige Pflege- und Durchforstungsarbeiten sowie Verjüngungs- und Umbauarbeiten der Wälder durchgeführt werden. Als "Nebenprodukt" ist abzusehen, dass der Weg künftig der Naherholung dient und die Wanderer sich der sehr schönen Ausblicke auf das Rodachtal und das Ölschnitztal erfreuen können. mw
Mit schweren Gerätschaften rückte man den Wald im Bereich des Ochsengrunds an, um die Wegtrasse vom Baumbestand zu befreien. Im Bild die Maschinenführer und Privatwaldbetreuer Peter Schmittnägel.
Foto: Michael Wunder