Rot Kreuz Bereitschaft und Jugendrotkeuz leisten insgesamt 10991 Stunden

Nordhalben: In enger Zusammenarbeit der BRK Bereitschaft Nordhalben mit 6265 und dem Jugendrotkreuz mit 4726 Stunden hat man insgesamt 10991 Stunden Dienst für die Allgemeinheit verrichtet. Diese Zahlen waren aus umfangreichen Berichten des Bereitschaftleiters Michael Wunder und des Jugendrotkreuzes bei der Jahreshauptversammlung, die in der Gaststätte "Lautenschläger" stattfand, zu entnehmen. Auch standen Berichte der Kreisbereitschaftsleitung, des Kreisgeschäftsführers und des Rumänienbeauftragten auf dem Programm.
Eingangs der Versammlung gedachte man besonders des im vergangenen Jahr verstorbenen, langjährigen Kolonnenführers Andreas Wachter und aus gegebenen Anlaß der Opfer des derzeitigen Irak Krieges. Bereitschaftsleiter Michael Wunder ging anfangs seines Berichtes, der mit einer Power Point Präsentation unterstützt wurde, auf einige Zahlen aus der Statistik ein. Demnach verfügte die aus 35 Mitgliedern bestehende Bereitschaft am Jahresende über zwei Ausbilder der Ersten- Hilfe, der Sanitätsausbildung und der Herz- Lungen- Wiederbelebung. Wunder führte aus, dass sich die im vergangenen Jahr geleisteten 6265 Stunden schwerpunktmäßig auf die Aus- und Fortbildung, den Sanitäts- und Rettungsdienst, den Sozialen Dienst, die Mittelbeschaffung und die Blutspenden sowie auf sonstige Einsätze beziehen. Für die Aus- und Fortbildung wendete man 738 Stunden auf, wobei zwei Mitglieder am erstmals durchgeführten Kurs zur Frühdefibrilation teilnahmen. Auf den Sanitätsdienst entfielen 377 Stunden, fast zu vernachlässigen ist der in der Statistik extra aufgeführte Soziale Dienst mit 24 Stunden, so Wunder. Der Bereitschaftsleiter bedauerte, dass die Zahl der ehrenamtlichen Rettungsdiensthelfer immer weniger werde, konnte man noch vor einigen Jahren auf 16 Mitglieder zurückgreifen, so stehen derzeit lediglich vier Mitglieder zur Verfügung. Diese leisteten jedoch in der Rettungswache Nordhalben 1309 ehrenamtliche Stunden. Dies, so Wunder, sind immerhin 10,40 Prozent aller im Landkreis getätigten ehrenamtlichen Stunden, was in der Vergleichsstatistik den 3. Platz für die Bereitschaft Nordhalben bedeutet. Bei der Mittelbeschaffung konnte man gegenüber dem Vorjahr um 499,90 Euro zulegen und das stolze Ergebnis von 3751 Euro erreichen. Wunder ging einen Schritt weiter und stellte anhand von Grafiken einen Vergleich zu den anderen Rodachtalgemeinden her. Nordhalben hat dabei mit 1,69 Euro pro Einwohner die Nase um Meilen vorn, stellte der Bereitschaftsleiter fest. Wir haben hier ein Ergebnis, das 232 Prozent über den Landkreis und 2816 Prozent über den Schnitt der Kreisstadt Kronach liegt. Er war deshalb erfreut, dass seine langjährige Forderung mit einer stärkeren finanziellen Beteiligung der fleißig sammelnden Bereitschaften nunmehr in Erfüllung geht. Wunder dankte den Sammlern, ein herzliches Vergelt´s Gott richtete er an die Einwohnerschaft, welche ihre Spendenfreudigkeit auch im vergangenen Jahr unter Beweis stellte. Die erfreuliche Entwicklung halte auch bei den Blutspendeterminen an. Nach einem leichten "Durchhänger" im Jahr 2001 mit 406 Spendern konnte man wieder auf den Schnitt von knapp 450 zurückkommen. Die Helfer wendeten dafür 352 ehrenamtliche Stunden bei vier Blutspendeterminen auf. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl liegt Nordhalben mit etwas über 20 Prozent nach wir vor an der Spitze im Landkreis, stellte Wunder fest. Der Schnitt im Landkreis beträgt nach den Worten von Michael Wunder 8,17 Prozent, was die Bereitschaft Nordhalben mit 249 Prozent übersteigt.
Sonstige Einsätze schlugen nach den Worten von Michael Wunder mit 4442 Stunden zu Buche. Ein positives Echo fand auch im vergangenen Jahr wieder die Rumänienhilfe, die sich wie ein roter Faden durch die Arbeit der Bereitschaft in den vergangenen Jahren zog. Dank des unermüdlichen Einsatzes von Andreas Kübrich ist es auch wiederum gelungen mehrere Lastzüge mit Hilfsgütern nach Rumänien zu entsenden. Wunder sprach den Mitgliedern, welche mehrmals jährlich nach Rumänien fahren und dort Hilfe leisten, Respekt und Anerkennung aus. Vor Ort habe man mit der "Wanderausstellung" über die Rumänienhilfe, welche der Organisator Andreas Kübrich zusammen gestellt hat, mittlerweile landkreisübergreifende Erfolge verzeichnet. Unter der Rubrik besondere Ereignisse nannte der Bereitschaftsleiter den Hochwassereinsatz in Dresden, bei dem die Bereitschaft Nordhalben zwei Helfer stellte. Auch eine Reihe von Jubelhochzeiten, runde Geburtstage von Mitgliedern und die Verabschiedung des langjährigen Kreisgeschäftführers Alfred Welscher stand auf dem Programm der Nordhalbener Rotkreuzler. Wunder dankte allen, die zum erfolgreichen Jahr durch ihr Engagement beigetragen haben.
Keine Einwände gab es gegen die von Heike Ruf dargelegte Finanzsituation, die Kassenprüfer Johannes Scherbel und Ludwig Pötzinger bescheinigten eine gute Arbeit, die Entlastung erfolgte einstimmig. Andreas Kübrich berichtete von 27 Mitgliedern im Jugendrotkreuz, welche im vergangenen Jahr 4726 Stunden Dienst geleistet haben. Großen Anklang fand der im Zuge des Ferienprogramms durchgeführte Tagesausflug in den Europapark nach Rust. Den Kreisverband habe man mit der Übernahme der Losbude beim Schützenfest unterstützt, so Kübrich. Auch bei der Rumänienhilfe sei der Nachwuchs immer hilfreich dabei, stellte Kübrich erfreut fest. Zu den Rumänieneinsätzen sagte Organisator Andreas Kübrich, dass man im vergangenen Jahr vier LKW`s voller Hilfsgüter nach Gherla geschickt hat. Kurz vor dem Frühjahrseinsatz habe man eine Mitteilung erhalten, dass im Seniorenheim die Warmwasserversorgung ausgefallen sei und man musste kurzfristig Ersatzboiler beschaffen und dort montieren. Dieser Transport wurde auch von einem Kamerateam des Bayerischen Rundfunks begleitet, der später darüber berichtete, führte Kübrich aus. Er hob besonders die gute Unterstützung der Gemeinde Nordhalben und der örtlichen Firmen für dieses wichtige Projekt hervor. Der nächste Transport kurz vor den Osterfeiertagen werde erstmals, ohne den Bezirksverband, allein von der Bereitschaft Nordhalben organisiert und durchgeführt.
Nachdem Michael Wunder nach acht Jahren als Bereitschaftsleiter nicht mehr zur Verfügung stand, war man aufgerufen einen neuen Bereitschaftsleiter zu wählen. Zuvor ließ Michael Wunder anhand einer Präsentation die Höhepunkte der vergangenen acht Jahre Revue passieren. Auch gab er den Mitgliedern nochmals die Gründe, die ausschließlich im zeitlichen Bereich liegen, bekannt. Der Wahlausschuß mit Ludwig Pötzinger, Andreas Kübrich und Kreisbereitschaftsleiter Oliver Ramm hatte keine Problem mit der Wahl, weil man sich bereits im Vorfeld auf den bisherigen Stellvertreter Heinz Schinzel festgelegt hatte. Dieser nahm die per Aklamtion durchgeführte Wahl zum Bereitschaftsleiter, die einstimmig erfolgte, an. Sein neuer Stellvertreter wird in einer der nächsten Sitzungen bestimmt. Als erstes dankte der neu gewählte Bereitschaftsleiter Heinz Schinzel seinem Vorgänger für die Arbeit und Zeit, die er in den zurückliegenden acht Jahren als erster und zuvor zwölf Jahre als stellvertretender Bereitschaftsleiter aufgewendet hat. Schinzel überreichte im Namen der Mitglieder ein Geschenk an Michael Wunder. Den Dankesworten schloß sich auch Kreisbereitschaftsleiter Oliver Ramm an. Er berichtete über Aktuelles und über den Haushalt der Kreisbereitschaft. Neu eingeführt wurde, so Ramm, ein "Runder Tisch" für die Bereitschaftsleiter im vierteljährigen Rhythmus, dafür werde man aber die bisher zweimal im Jahr durchgeführten Bereitschaftsleitertagungen auf eine reduzieren. Er berichtete, dass das 13. Kreistreffen förmlich ins Wasser gefallen sei, weil man noch mit dem Hochwassereinsatz beschäftigt war. Nordhalben sei eine von drei Bereitschaften im Landkreis für das "Helfer vor Ort" Pilotprojekt. In enger Zusammenarbeit habe man bereits das Konzept in Nordhalben vorgestellt und mittlerweile auch die benötigten Materialien bestellt. Der Haushalt der Kreisbereitschaft belaufe sich nach den Worten von Ramm auf derzeit 110 000 Euro, worin aber noch nicht alle Ausgaben vorgesehen sind. Der Kreisbereitschaftsleiter konnte schließlich noch eine "hochkarätige" Auszeichnung vornehmen. Andreas Kübrich bekam auf Antrag des Bereitschaftführers die Goldene Ehrennadel des BRK für außergewöhnliche Verdienste. Diese höchste Auszeichnung, welche es für Bereitschaftsmitglieder gibt, wurde nicht zuletzt wegen des unentwegten Einsatzes in der Rumänienhilfe verliehen.
Bürgermeister Josef Daum sprach von einer einmaligen Bilanz der Bereitschaft Nordhalben. Die Bereitschaft Nordhalben leiste seit Jahren eine hervorragende Arbeit mit vielen ehrenamtlichen Stunden zum Wohle der Allgemeinheit, so Daum. In einem persönlichen Gespräch mit dem neuen Kreisgeschäftsführer konnte man einige bestehende Schwierigkeiten der Vergangenheit aus der Welt schaffen, sagte der Bürgermeister. Für die gute Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr dankte deren Stellvertreter Vorsitzender Thomas Seidl. Kreisgeschäftsführer Marcus Haniel bezeichnete den langjährigen Bereitschaftsleiter Michael Wunder als Gestalter und nicht als Verwalter. Er zeigte Verständnis, wenn dieser die Tätigkeit nicht mehr ausführen könne und die Leitung der Bereitschaft zurückgebe, seitens des Kreisverbandes werde man an passender Stelle die Verabschiedung vornehmen. Haniel stellte den Gesamthaushalt des Kreisverbandes, der 11 Millionen Euro beträgt, der Versammlung vor. Der Kreisverband beschäftige mittlerweile 260 Mitarbeiter, so Haniel. Große Hoffnung setzte er in das Projekt "Helfer vor Ort". Dadurch soll der Rettungsdienst gestärkt und die Helfer motiviert werden. Nordhalben zähle neben Tettau und Lauenstein zu den drei Bereitschaften in denen man über einige Monate zunächst Erfahrung sammeln will. Es wird sicherlich im praktischen Betrieb nicht alles so laufen wie wir das geplant haben, sagte der Kreisgeschäftsführer voraus, es gelte dann aber auch aus den Fehlern zu lernen und diese abzustellen. Von der "tollen Rumanienhilfe", die er als ureigenste Aufgabe des Roten Kreuzes ansah, könne man nur den "Hut ziehen". Der Kreisverband Kronach werde sich künftig verstärkt dafür einsetzen, er könne sich auch Partnerschaften mit den Altenheimen vorstellen, so Haniel. Beeindruckt war der Kreisgeschäftsführer bei seinem ersten Besuch einer Hauptversammlung auch vom Zusammenhalt in Nordhalben, der sich durch die Anwesenheit der drei Bürgermeister, einiger Gemeinderäte und mehreren Vertretern der Feuerwehr widerspiegelte. Am Ende der harmonisch verlaufenden und zügig durchgeführten Veranstaltung wies der Organisator der 850 Jahrfeier der Gemeinde Rudolf Ruf auf den derzeitigen Stand hin. (mw)

Andreas Kübrich (3.v.l.) wurde in der Jahreshauptversammlung der Rot Kreuz Bereitschaft Nordhalben vom Kreisbereitschaftsleiter Oliver Ramm für außergewöhnliche Verdienste mit der Goldenen Ehrennadel, der höchsten Auszeichnung die es für Mitglieder der Bereitschaften gibt, ausgezeichnet. Mit im Bild v.l. Kreisgeschäftsführer Marcus Haniel, Kreisbereitschaftsleiter Oliver Ramm, Bürgermeister Josef Daum, der bisherige Bereitschaftsleiter Michael Wunder und sein Nachfolger Heinz Schinzel. Foto: Michael Wunder

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