Wallenfels: Bereits zum 20. Mal hat die Wallenfelser Flößergemeinschaft ihre Mitglieder sowie die Gesamtgemeinde zur Flößerkirchweih, welche traditionell am letzten Montag vor dem Heiligen Abend stattfindet, ins Flößerhaus eingeladen. Nach einer Stärkung mit einer deftigen Brotzeit begrüßte Vorsitzender Heinz Ring die Besucher zur Weihnachtsfeier, unter ihnen auch zahlreiche Ehrengäste im voll besetzen Flößerhaus. Er erinnerte an die großen Ereignisse des vergangenen Jahres in unserem Land. Mit der Umstellung der Währung auf den Euro sei teilweise ein recht starker Preisanstieg eingetreten, so Ring. Auch sollte man in diesen Tagen um Weihnachten die Menschen, welche durch das Hochwasser geplagt wurden, nicht vergessen. Auch gelte es an die zwei Milliarden Menschen auf dieser Welt zu denken, welche nicht genügend zu Essen hätten. Es müsse, so Ring, deshalb das eigene Ich etwas zurückgestellt werden. Sein Dank galt an erster Stelle natürlich den aktiven Flößern, welche durch ihre Einsatzbereitschaft und Kameradschaft die Flößerei im ablaufenden Jahr wieder ermöglichten. Ferner dankte er allen Institutionen, welche zum Gelingen einer guten Floßsaison beigetragen haben, insbesonders sprach der Vorsitzende der Stadt und dem Landkreis, der auch dem Wasserrechtsbescheid erlassen hat, einen Dank aus. Für das kommende Jahr wünschte er sich die gleiche Unterstützung mit dem selben Elan. Bürgermeister Peter Hänel sprach in seinem Grußwort vom einem Pflichttermin der politischen Ehrengäste, unter ihnen u.a. die beiden Mitglieder des Bundestags Hans Michelbach und Dr. Heinz Köhler, MdL Christa Steiger, sowie der stellvertretende Landrat aus Hof Klaus Adelt. Erfreut war der Bürgermeister auch über den Besuch des ?großen Volkes? aus Wallenfels. Dank der ständig durchgeführten Vorsorgemaßnahmen konnte man auch den in dieser Saison durchgeführten TÜV Termin fast ohne Mängel abschließen. Sein Dank galt allen Flößern, den Transporttrupps sowie den zahlreichen Helfern, welche an ?Land? für einen reibungslosen Floßbetrieb mitgewirkt haben. Namentlich dankte er den beiden Platzkassieren Richard Müller und Heinrich Mähringer, welche wie er sagte zwar nie im Rampenlicht stehen, aber für die Flößergemeinschaft zwei wichtige Stützen sind. Die Flößerei sei nach wie vor ein wichtiger Besuchermagnet, sagte Landrat Oswald Marr. Mit den flößen auf der Landesgartenschau konnte man die Flößerei weiter bekannt machen und man erhoffe sich daraus einen weiteren Aufwärtstrend auch für das Flößen auf der wilden Rodach. Er zeigte sich erfreut, dass vom Technischen Überwachungsverein keine größeren Beanstandungen stattgefunden haben und sich somit die Floßführer als auch die Gäste sicherer fühlen können. Durch den neuen Wasserrechtsbescheid, der ohne Gebühren erlassen wurde, sei die Flößerei für die nächsten fünf Jahre gesichert. Für Juni plane man auch eine Prominentenfloßfahrt, zu der er aber noch nichts weiteres verraten wolle, sagte der Landrat abschließend. An zwei Nachwuchsflößer wurden die Gesellenbriefe ausgegeben. So können ab der nächsten Saison Michael Zeuß und Mirco Weber alleine ein Floß steuern. Angekündigt wurde auch der Nikolaus, gekommen ist dann aber Knecht Ruprecht, der recht rüde mit den Flößern umging. Nachdem sich dieser bereits im Vorfeld ausgetobt hatte, lies er die Rute auch an den Rücken der Flößer nicht vorbeigehen. Besonders die meist jüngeren Flößer, ?die reuigen Sünder vertrouchen scho wos?, spürten die Rute des ?frommen? (gewalttätigen) Mannes. Dabei wusste er auch zu jedem etwas aus der vergangenen Saison zu berichten. Meist waren es die (wenigen) negativen Taten der Flößer. Gewaltig auf die Lauer legte sich Knecht Ruprecht auch auf dem Mehrtagesausflug, welcher nach Hamburg führte. Dort hat er die meisten Untugenden der Mitglieder beobachtet und zur Freude der Anwesenden in humorvoller Weise wiedergegeben. Auch die politische Prominenz, welche vorsorglich aber schon mit dicken Jacken erschienen war, bekam den einen oder andern Schlag mit der Rute zu spüren. Zum Gelingen der Veranstaltung trugen auch Andreas Bückreus jun. mit einem Gedicht, sowie die Gäste mit Weihnachtsliedern bei. (mw)
Nicht die jüngsten politischen Schlagzeilen von 2. Bürgermeister Hans Köstner (Mitte) wurden vom Nikolaus getadelt, sondern seine Auftritte in der Flößergemeinschaft. Während der ?Pfeifers Hans? seine Schläge bekam, hatten Bürgermeister Peter Hänel (rechts) und Landrat Oswald Marr (links) noch leicht lachen. Foto: Michael Wunder
Wie in fast jedem Verein, so leistet auch bei der Flößergemeinschaft die Führungsmannschaft mit Heinz Ring (links) und Michael Müller (rechts) die meiste Arbeit. Dennoch gab es auch für das Vereinsoberhaupt Ring für seine Schandtaten und seinen Stellvertreter Michael Müller den ?fränkischen Bin Laden?, wie ihn der Nikolaus nannte, gewaltige Hiebe. Foto: Michael Wunder