Steinwiesen: Das gefahrlose Aufarbeiten vom Windwurf geschädigter Bäume wurde in diesem Jahr bei beiden Motorsägenlehrgängen, durchgeführt vom Amt für Landwirtschaft und Forsten, zum zentralen Thema des Kurses. Wie in den Vorjahren auch, hatte Forstamtmann Peter Schmittnägel zunächst zu einem allgemeinen Kurs eingeladen, welcher in diesem Jahr auf besonderes Interesse stieß. Kursleiter Peter Schmittnägel konnte dabei nicht alle Interessenten berücksichtigen, weil die Teilnehmerzahl auf 70 begrenzt war. Der zweite Kurs war ausschließlich an Frauen gerichtet, welche die Handhabung mit der Motorsäge erlernen möchten. Wer glaubt, dass Frauen kein Interesse an der Waldarbeit hätten, wurde eines besseren belehrt, denn auch zu diesem Kurs waren über 40 Frauen im Alter von 18 bis 70 Jahren erschienen. Während man jeweils im theoretischen Teil zunächst die aktiven, wie auch die passiven Sicherheitsvorkehrungen kennen lernte, ging es vor Ort um die Handhabung der Motorsäge, der verschiedenen Schnittechniken und den Einsatz von Winden.
Forstamtmann Peter Schmittnägel zeigte die Windwurfschäden auf, welche der Sturm "Kyrill" verursacht hatte. Er wies auf die Gefahren, gerade jetzt bei der Aufarbeitung der Schäden hin. Oberstes Gebot sei daher die Sicherheit der Waldarbeiter. Josef Hofmann von der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft ging besonders auf die Unfallgefahren und die Unfallverhütung ein. Die richtige Ausrüstung wie Schnittschutzhose und -jacke, Helm mit Gehör- und Sichtschutz und Sicherheitsschuhe gehören immer dazu. Auch an der Motorsäge müssen die Sicherheitseinrichtungen funktionieren, um gefahrlos die Arbeit verrichten zu können. Im praktischen Teil zeigten die Damen, wie die "strammen Kerle" aufs Kreuz gelegt werden. Dabei ließen sie sich auch nicht vom miserablen Regenwetter beeindrucken. Eine Teilnehmerin zog zweimal an der Anlasserschnur und schon lief das drei PS starke Gerät. Gekonnt setzte sie nach Anweisung des Lehrpersonals das Schwert an und schon fiel der vom Sturm vorgeschädigte Baum zu Boden.
Dabei ist die Arbeit im Kopf genauso wichtig wie in den Armen, weil bei jedem Schnitt äußerste Umsicht und eine genaue Überlegung notwendig ist. Nach einer gemeinsamen Schlussbesprechung erhält jeder Teilnehmer vom Privatwaldbetreuer Peter Schmittnägel eine Teilnahmeurkunde. mw

Hatten keine Scheu vor großen Bäumen – die Damen des Motorsägenlehrgangs gingen im praktischen Teil mit Muskelkraft ans Werk. Foto: Michael Wunder