Nordhalben/Steinwiesen: Im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten wurde vom Lehrstuhl für Forstpolitik und Forstgeschichte in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München, Sitz in Freising, das Projekt "Kommunikationsstrategien in der forstlichen Beratung" durchgeführt. Anläßlich eines Workshops in Himmelkron wurden dazu acht Revierleiter aus Oberfranken nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Die Projektleiter Ulrike Kraft und Roland Beck stellten zusammen mit Professor Michael Suda (TU München) das geplante Projekt vor. In zehn weiteren Workshops über ganz Bayern verteilt, wurden eine Erfassung und Analyse des Beratungswesens aus der Sicht der Revierleiter von Maßnahmen und Strategien für die forstliche Beratung vor dem Hintergrund ablaufender Veränderungen erarbeitet. Die Veränderungen zeichnen sich darin ab, dass sich die Waldbesitzer durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft sich immer mehr differenzieren. Die aktiven Waldbesitzer vor Ort als das traditionelle Hauptklientel nehmen immer mehr ab und gleichzeitig nimmt die Zahl der auswärtigen, privaten Waldbesitzer, welche die staatlichen Forstbeamten mit dem vorhandenen Informations- und Kommunikationsangebot nur schwer erreichen, immer mehr zu. Ziel dieses Projekts war deshalb für die Revierleiter praxistaugliche Methoden und Strategien zu entwickeln, welche das Interesse der privaten Waldbesitzer an der forstlichen Beratung erhält, erhöht und weckt. Insgesamt wurden in Bayern sieben Revierleiter eingebunden. Aus Oberfranken nahm als einziger Forstamtmann Peter Schmittnägel von der Forstdienststelle Steinwiesen teil. Er musste dabei die Waldbesitzer in das Projekt einbinden und diese wurden schließlich durch die Technische Universität München befragt. Insgesamt 80 Waldbesitzer aus der Großgemeinde Steinwiesen erklärten sich bereit daran teilzunehmen. Ein Großteil der Befragten gab dabei an zu den interessierten Waldbesitzern zu gehören. Diese Gruppe verfügt auch flächenmäßig über den größten Teil des Waldbesitzes. Die weiteren, mäßig interessierten oder uninteressierten, welche auch ein entsprechend kleineres Waldgebiet ihr Eigen nennen und nur einen kleinen Anteil einnehmen, sollten durch dieses Projekt in die forstliche Beratung einbezogen werden. Die meisten Waldbesitzer in Steinwiesen zeigten im Gegensatz zu Gesamtbayern Interesse für die Waldbewirtschaftung, Pflege und den Waldzustand. Wer keinen Kontakt zum Förster hat informiert sich nach deren Angaben über Fachzeitschriften oder anderen Waldbesitzern. Diejenigen, welche den Rat des Försters suchten, waren mit dessen Wirken sehr zufrieden. In Steinwiesen war der Prozentsatz, welcher die Arbeit von Forstamtmann Peter Schmittnägel sehr schätzten, bei über 95 Prozent. Anhand der Beratungs- und Informationsveranstaltungen waren die ausgesuchten Revierleiter angehalten Beratungsobjekte auszuarbeiten und durchzuführen. In den einzelnen Revieren wurden aktuelle Veranstaltungen zum Thema Harvestereinsatz, Walderschließung, Waldführungen, Ausstellungen und Gruppenberatungen durchgeführt. Alle durchgeführten Veranstaltungen unterlagen einer Erfolgsbewertung und einer Selbstrefexion der jeweiligen Revierleiter. In Steinwiesen wurde der Aufbau einer "Brennholzbörse" und die Erstellung einer Internetseite für die Waldbauernvereinigung in Angriff genommen, wobei man künftig verstärkt auf das Medium Computer setzt. (mw)