Rieblich: Unabhängig vom "Tag des Wassers" trafen sich die Bürgermeister, Stadt- Gemeinde und Kreisräte der Freien Wähler des Bezirksverbandes Oberfranken in der Trinkwasseraufbereitungsanlage der Fernwasserversorgung in Rieblich. Ausrichter der Tagesveranstaltung mit verschiedenen Fachvorträgen der FWO Beschäftigten war das Bildungswerk für Kommunalpolitik Bayern. Verbandsvorsitzender Dr. Heinz Köhler konnte die knapp 50 Kommunalpolitiker in der Aufbereitungsanlage Rieblich begrüßen und auf die Geschichte der Fernwasserversorgung, wie auch auf die allgemeine Versorgungssicherheit im oberfränkischen Raum hinweisen. Seit Gründung der FWO im Jahre 1966 und dem Bau der Aufbereitungsanlage Anfang der 70er Jahre mit einem mittlerweile stattlichen Rohrleitungsnetz und Bauwerken sei man bemüht Trinkwasser von bester Qualität an die Gemeinden und Städte zu liefern, so Köhler. Habe man mit bescheidenen 1,5 Millionen Kubikmetern im Jahr 1975 begonnen, so liegt die heutige Abgabemenge bei über 13,6 Millionen Kubikmetern im Jahr. Auch habe die FWO durch rechtzeitiges Handeln eine Verbundleitung zur WFW geschaffen. Ab nächsten Jahr stehen Wasserbezugsrechte über eine weitere Million von der Stadt Kulmbach bereit, erklärte der Verbandsvorsitzende. Der Betriebsleiter der Trinkwasseraufbereitungsanlage Dipl. Ing. Udo Sommerfeld brachte den Besuchern anhand einer Power Point Präsentation die neue Trinkwasserverordnung näher. Dabei ging er zunächst auf die Entstehung dieser Verordnung ein. Auch erläuterte er den Kommunalpolitikern die verschärften Anforderungen, welche nicht nur die Fernwasserversorgung Oberfranken, sondern auch die Gemeinden und Städte als Betreiber der örtlichen Wasserversorgung betreffen. Besonders wies er dabei auf die über das vorgeschriebene Maß hinausgehenden Untersuchungen der Fernwasserversorgung Oberfranken hin. Die technischen Details und die Funktionsweise der Anlage erläuterte bei einer Führung Wassermeister Michael Wunder. Die Besucher zeigten sich beeindruckt von der aufwendigen Aufbereitung, den technischen Möglichkeiten und der Sauberkeit der Anlage. Verbandsdirektor Gerhard Seuling referierte über die möglichen Betriebsformen, sowie über die Liberalisierung und Privatisierung von Wasserversorgungsanlagen, was einen großen Unterschied darstellt. Er bezeichnete es als falsch, wenn seitens der Europäischen Union versucht wird das gut funktionierende, ortsbezogene System der Wasserversorgung völlig "umzukrempeln". Die FWO sei durch das Öko- Audit, das man als erster Wasserversorger in Bayern erlangt hat, der Akkreditierung des Labors in Rieblich und dem derzeit laufenden Benchmarking Projekt für die Zukunft gerüstet. Nach einer anschließenden Diskussionsrunde mit den Verantwortlichen der FWO dankte der Landesgeschäftsführer der Freien Wähler Klaus Förster der FWO für die freundliche Aufnahme und für die Fachvorträge. Sein Dank galt auch dem Kreisvorsitzenden Karlheinz Hühnlein, der das Programm zusammengestellt und organisiert hat. Am Nachmittag besuchte man bei herrlichem Wetter noch die Trinkwassertalsperre Mauthaus. (mw)
Über die verschiedenen Möglichkeiten der Betriebsform, sowie über die Liberalisierung und Privatisierungen von Wasserversorgungsanlagen referierte der Verbandsdirektor der FWO Gerhard Seuling, der auch Stellv. Bezirkstagspräsident ist. Foto: Michael Wunder