Birnbaum: Mit einer Höhenrettung vom Wasserturm in Birnbaum demonstrierte das Technische Hilfswerk (THW) Kronach die Möglichkeiten der Personenrettung aus großen Höhen. Nach einer 18- monatigen Übungs- und Ausbildungszeit war dies die erste Übung in diesem Rahmen im Landkreis Kronach. Die Idee zur Schaffung einer THW- Höhenrettungsgruppe wurde vor knapp zwei Jahren geboren, weil es bisher im gesamten Landkreis weder Personal noch Material für spezifische Höhenrettungsaufgaben gab. Durch Kontakte zur Bergwacht Kulmbach konnte das THW Kronach erste Erfahrungen und Einblicke in die Höhenrettungsarbeit gewinnen und begann so Schritt für Schritt mit dem Aufbau einer eigenen Höhenrettungs- Einheit. Die Höhenrettungseinheiten der Bergwacht Kulmbach und des THW Kronach sind nicht nur für die Rettung aus großen Höhen ausgebildet, sondern auch für das Retten und Bergen aus Tiefen oder unwegsamen Gelände zuständig. Hierbei wird das THW Kronach in erster Linie unterstützend für die Bergwacht Kulmbach zur Verfügung stehen, um so wertvolle Zeit für die entsprechenden Einsätze zu gewinnen. Darüber hinaus unterstützt die Höhenrettung auch Einsatzkräfte der Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei oder Staatsanwaltschaft, und bei Ihrer Arbeit in gefährlichen Situationen durch entsprechende Sicherung sowie den Transport an die Einsatzorte. Für dieses breit gefächerte Einsatzspektrum müssen die Helfer jährlich zu ihrer normalen THW- Ausbildung noch etwa 120 Stunden für die Ausbildung der Höhenrettung aufbringen. Für die Erstausstattung des benötigten Materials wurde das THW mit Spenden aus der Wirtschaft gut unterstützt. Obwohl die verschiedenen Hilfsorganisationen bisher noch nicht zusammen gearbeitet haben, verlief die Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Roten Kreuz sehr gut. Der durch das BRK mit lebenserhaltenden Maßnahmen versorgte Patient wurde vom 35 Meter hohen Wasserturm schonenst herabgelassen. Für die beteiligten Helfer war ein konzentriertes Arbeiten unabdingbar, zumal auch noch ein starker Wind die Arbeit erschwerte. Bei der Übung, welche für die zahlreichen Zuschauer am Boden moderiert wurde, wies man auf die genauen Angaben der meldenden Person hin. Nur dadurch kann die Leitstelle schnell und nach den genauen Erfordernissen die richtigen Hilfskräfte einsetzen. Im Anschluss an die Übung standen die Mitglieder noch für Fragen zur Verfügung und die Bürger hatten die Möglichkeit die Gerätschaften zu besichtigen. mw

Vom 35 Meter hohen Wasserturm in Birnbaum wurde durch die neu ins Leben gerufene Höhenrettungsgruppe des THW eine verletzte Person geborgen. Die Übung wurde von den weiteren Hilfsorganisationen und von interessierten Bürgern verfolgt. Foto: Michael Wunder