Nordhalben: Das Heimatschutzregiment übte ein eindrucksvolles Zusammenspiel aus militärischer Präzision und ziviler Wahrnehmung an einen nicht alltäglichen Ort, der Ködeltalsperre. Während die Soldaten ihre Abläufe routiniert und zielgerichtet ausführten, zog das ungewöhnliche Szenario die Aufmerksamkeit zahlreicher Besucher auf sich. Spaziergänger und Ausflügler, die ursprünglich die ruhige Umgebung genießen wollten, wurden plötzlich Zeugen eines realitätsnahen Trainings. Die unerwartete Begegnung führte bei manch einen nicht nur zu sichtbarer Verwunderung, sondern auch zu einem gesteigerten Interesse an den Aufgaben und Fähigkeiten der eingesetzten Kräfte. Das Heimatschutzregiment 1 (HSchRgt 1) in Bayern, mit dem Hauptstandort Roth, ist zentral im Heimatschutz aktiv. Es besteht aus mehreren Kompanien, darunter Einheiten in Wildflecken, Volkach und Ingolstadt, und dient dem Schutz kritischer Infrastruktur sowie den Katastrophenschutz. Die Einheiten, oft als Teil der regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte, bestehen überwiegend aus Reservisten und Freiwilligen, die im Heimatschutz aktiv sind. Neben verschiedenen Ausbildungen müssen diese Reservisten, wie aktive Soldaten der Bundeswehr, den Nachweis der körperlichen Leistungsfähig erbringen. Hierzu trafen sich Reservisten aus Oberfranken an der Ködeltalsperre. Unter Leitung von Stabsfeldwebel Michael Ries wurde dort eine körperliche Leistungsfeststellung (KLF-Lauf) durchgeführt. Michael Ries ist auch Kreisorganisationsleiter des Reservistenverbandes mit Sitz in Kulmbach. Mit 15 Kilogramm Marschgepäck hatten die Reservisten bis zum Alter von 47 Jahren zwölf Kilometer in zwei Stunden um die Ködeltalsperre zu absolvieren. Für Reservisten über 47 Jahre betrug die Strecke sechs Kilometer, diese musste in weniger als einer Stunde absolviert sein. Alle Teilnehmer schafften die Strecke deutlich unter der Maximalzeit. Diesen KLF-Marsch haben auch Reservisten über 65 Jahre erfolgreich absolviert. Diese können allerdings nicht mehr bei dienstlichen Veranstaltungen der Bundeswehr teilnehmen. Dass diese Reservisten den Test freiwillig und erfolgreich absolvieren, unterstützt den Vorschlag des neuen Präsidenten des Reservistenverbandes, Reservisten die Möglichkeit einzuräumen bis 70 Jahre freiwillig Aufgaben zu übernehmen.

Die Ködeltalsperre bei Nordhalben war Austragungsort einer körperlichen Leistungsfeststellung des Heimatschutzregiments, welches auch dem Schutz der kritischen Infrastruktur dient. Foto: Horst Schnura