Neuengrün: Die mittlerweile 81. Friedenswallfahrt in Neuengrün zeigte auf, wie Gebet, Besinnung und Hoffnung im Einklang stehen. In den zwei Betstunden, dem Gang zum Kreuz oberhalb des Hufdorfes und beim abschließenden Gottesdienst wurde gemeinsam für Frieden, Versöhnung und ein respektvolles Miteinander gebetet. Die Betstunden boten Gelegenheit zur Besinnung und zum persönlichen Gebet. Im Mittelpunkt standen die Sorgen und Ängste angesichts von Kriegen und Konflikten in der Welt. Zugleich wurde daran erinnert, dass Frieden nicht selbstverständlich ist, sondern vom Engagement jedes Einzelne lebt. Dekan Detlef Pötzl hatte die Wallfahrer mit Ministranten, den Firmlingen und der Musikkapelle Nordhalben am Ortsrand abgeholt. Höhepunkt der Wallfahrt war im Anschluss an der Lichterprozession zum Friedenskreuz der festliche Gottesdienst unter freien Himmel.

Herr, mach mich zu einem Werkzeugen deines Friedens Domkapitular Martin Emge bei der Festpredigt in Neuengrün

Der Festprediger Martin Emge ging zunächst auf die Gottesmutter von Neuengrün ein, welche bereits 1794 das erste Wunder bewirkte und richtete anschließend den Blick auf den heiligen Franz von Assisi und dessen besondere Botschaft vom Frieden. Dabei griff er den bekannten Ausspruch auf: „Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens.“ Der Domkapitular machte deutlich, dass dieser Satz weit über ein frommes Gebet hinausweist. Frieden beginne nicht erst auf politischer Ebene, sondern im persönlichen Umfeld, in der Familie, in der Nachbarschaft und im täglichen Umgang miteinander. Jeder Mensch könne dazu beitragen, Frieden zu schaffen, Streit zu verhindern, Versöhnung zu ermöglichen und anderen mit Respekt und Verständnis zu begegnen. Franz von Assisi sei dabei bis heute ein Vorbild. Wer darum bitte, ein Werkzeug des Friedens zu sein, müsse deshalb auch selbst handeln. Über Jahrzehnte habe man bereit in Neuengrün für den Frieden gebetet, nunmehr stehe die jetzige Generation in der Pflicht dieses Erbe weiter zu führen. Nach der  Lichterprozession und Eucharistiefeier fand noch die Übergabe der Friedensstandarte vom Seelsorgebereich Kronach an den Seelsorgebereich Frankenwald statt. Gleichzeitig wurde das Versprechen erneuert, dass dort jeden Monat eine Betstunde stattfindet. Der Wechsel wird vom jeweiligen Seelsorgebereich organisiert und klappt gut, sagte Dekan Pötzl. Er danke zum Abschluss zusammen mit dem Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates Michael Schütz allen Mitwirkenden, die zum Gelingen der Friedenswallfahrt beigetragen haben. Ihr Dank galt insbesondere dem Domkapitular für seine eindrucksvolle Predigt, der Musikkapelle Nordhalben und den Mesnerinnen für die Vorbereitung. Mit dem Wunsch, die Botschaft des Friedens im Alltag weiterzutragen, endete nach über vier Stunden die 81. Wallfahrt.  

Festprediger vor dem Gotteshaus in Neuengrün war heuer Domkapitular Martin Emge. Mit dabei wieder das Gnadenbild von Neuengrün, welches von den Soldatenkameradschaften getragen wurde. Foto: Michael Wunder

Im jährlichen Wechsel findet die Standartenübergabe statt, heuer geht sie vom Seelsorgebereich Kronach wieder in den Frankenwald. Foto: Michael Wunder

Eine große Anzahl Gläubiger nahm auch heuer wieder an der Friedenswallfahrt in Neugengrün teil. Foto: Michael Wunder

Für die musikalisch Begleitung sorgte heuer die Musikkapelle Nordhalben unter der Leitung von Dorothea Dietrich. Foto: Michael Wunder.