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Wasserwarte bilden sich fort

Rieblich: Hochinteressante Vorträge rund ums Trinkwasser standen beim „Nachbarschaftstag“ der Wasserwerker auf dem Programm.

Gastgeber war die Fernwasserversorgung Oberfranken, welche in die Trinkwasseraufbereitungsanlage nach Rieblich eingeladen hatte. Der Leiter Michael Wunder dankte den zahlreich erschienenen Fachleuten für das Kommen und wünschte neben den Vorträgen einen informativen Erfahrungsaustausch. Als erster Referent ging Tobias Schöppel von der Firma TS kompakt auf das Technische Sicherheitsmanagement (TSM) in der Trinkwasserversorgung ein. Seit zehn Jahren bestehe über den Deutschen Verband der Gas- und Wasserwerke (DVGW) die Möglichkeit sich auf freiwilliger Basis zertifizieren zu lassen. Damit will man auch etwaige „Schwachstellen“ aufdecken und für eine Verbesserung der Betriebsabläufe sorgen. Mit dem TSM- Zertifikat könne man den höchsten Stand der technischen Sicherheit nachweisen, sagte Schöppel. Über Druckrohre aus Polyethylen (PE) referierte Sven Lindner von der Firma Gerodur. Er ging dabei au die Entwicklung des relativ „einfachen Werkstoffes“ ein. Weiterhin gab er Erläuterungen zu der Rohrentwicklung, dem Prüfverfahren und die neuen Verlegeverfahren. Eine praktische Vorführung von „Spiegelschweißen“ schloss sich an. Über die Regelungen von Druck, Durchfluss und Niveau sprach Gesbert Tripp von der Firma Cavotec-Meyernick. Der Referent erklärte dabei auch die Funktionsweise der jeweiligen Regelventile den Wasserfachleuten. Deutliche Worte in Sachen Risikomanagement sprach Tobias Schöppel in seinen zweiten Vortrag über die Umsetzung von DVGW Arbeitsblättern. Dabei seien die Wasserversorger verpflichtet, mehr als die „Mindestziele“ zu erreichen, diese müssten auch das „Restrisiko“ beherrschen. Wichtig sei deshalb eine Beschreibung und Bewertung des gesamten Versorgungssystems. Über die Absicherung von temporären Wasserversorgungen wie etwa bei Festveranstaltungen etc. berichtete Bernd Meyer von der Firma Beulco. Die bisherige „stiefmütterliche“ Behandlung könne aus Sicherheitsgründen nicht mehr so hingenommen werden und es müssen unbedingt Systemtrenner zum Einsatz kommen, so der Vortragende.

Mit dem sicheren Umgang von Chemikalien im Bereich der Wasserversorgung befasste sich Markus Kirschke von der Firma Jäkle Chemie. Hier stelle sich immer mehr heraus, dass die Fehler nicht beim „erstmaligen Gebrauch“ gemacht werden. Durch das bewusste Handeln habe man mehr Sicherheit. Viele Fehler und damit auch Verletzungen und Unfälle würden passieren, wenn eine gewisse Routine eingetreten ist. Hier sie die Gefährdung wesentlich höher. Man müsse deshalb immer die Informationen beachten und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen treffen. Auf das neue GHS-System eingehend, meinte er, dass dies den Handel im globalen Wettbewerb erleichtern soll. mw

Zitat des Tages:

Chemikalien sind wie Frauen, die einen reizend, die anderen ätzend.

Markus Kirschke beim Vortrag der WWN