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Der Spaßvogel Michl Müller zeigte sich in Bestform

Neukenroth: Sein Versprechen, jede Menge Spaß und eine riesige Menge Humor löste Michl Müller, der bekannte Kabarettist in der Zecherhalle in Neukenroth ein.

Am „Brückentag“ - die Gebisse bleiben heute drin – führte ihm sein Weg nach Neukenroth. Während der ADAC wegen des verlängerten Wochenendes vor Staus warnte, war die Anreise in den Landkreis Kronach, wo der Weg über Mitwitz und Gehülz nach Neukenroth, dem Ort seiner traumlosen Nächte, führte ein wahrer Traum. Einen Tag nach dem „Tag der Deutschen Einheit“, wo die Menschen in Ost und West wieder aufeinander zugingen, drehte sich beim Weltverbesserer, mit seinem Programm „Das wollt´ ich noch sagen…“ vieles um die Politik. Zwei hinter uns liegende Wahlen gaben ja auch den nötigen Zündstoff. So habe die auf der Strecke gebliebene FDP selbst schuld, weil man Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, eine der Führungspersonen der Partei mit Bildern aus dem 80er Jahren auf den Plakaten präsentiert habe. Am Wahlabend sei sie dann plötzlich um 30 Jahre gealtert. Besonders leid tue ihm der Spitzenkandidat Rainer Brüderle. Der spitze Kandidat habe sich nicht ohne Grund an Laura Himmelreich herangemacht. „Kurz vor dem Sterben klammert man sich an alles was mit Himmel zu tun hat“, meinte der Kabarettist. Auch die Aussage „Ich bin das Opfer meiner eigenen Dynamik“ könne nicht gelten, besonders nicht, wenn man nach zwölf Gläsern Wein die Kellertreppe hinunter fällt. Nun gelte es sich umzustellen, weil man sich zwischenzeitlich an die Gestalten der FDP gewöhnt habe. „Sie haben zwar nichts gemacht, sie waren halt immer da“, meinte Müller. Die SPD habe mit Per Steinbrück eine Notlösung präsentiert, nachdem Hannelore Kraft in Afrika Hochzeitfotos gemacht hat. „Per kam nie an die Angela heran, das habe ihm stinkig gemacht, so dass er den Stinkefinger entgegen setzen musste. Aus dem TV Duell, wo sich beide fast abgeknutscht haben, ging nur Stefan Raab und die Halskette als Sieger hervor. Noch schlimmer erging es dem SPD Kandidaten Christian Ude bei der Landtagwahl. „Diesen hätte jemand nach der Wahl sagen sollen, dass die SPD verloren hat, denn er habe den ganzen Abend davon gesprochen, dass es mit der SPD aufwärts geht“, meinte Müller. Durch den Wahlgewinn des Ingolstädter „Samenspenders“ sei auch die Welt der Niederbayern, die mit Beckstein nicht so klar gekommen sind, wieder in Ordnung. Die Anzahl der richtig geschriebenen Dregg-Segge werde in der Politik und Öffentlichkeit immer größer, meint er übergehend auf Uli Hoeneß. „Wenn ich in Deutschland gutes tue, mach ich es halt auch in der Schweiz“.

Und was wäre ein Auftritt von Michl Müller ohne seine fast schon legendären Lieder, die er zwischendurch zum Vergnügen des Publikums herrlich komisch zelebriert, bevor er dann tagesaktuell und in einem atemberaubenden Tempo weiter durch seine schier unglaublichen Geschichten aus Politik, Sport und Boulevard geht. Dabei springt er von einen Bühenrand zum Anderen, dass man fast meinen könnte ein Androide auf Speed hätte sich aufgemacht die kleinen Dinge des Lebens aus fränkischer Sicht zu betrachten, auf den Punkt zu bringen und genüsslich trotzig den staunenden Erdbewohnern zuzurufen: „Das wollt` ich noch sagen...“

 

Ich bin gerne in die Schule gegangen, während dieser Zeit musste ich schon nicht raus auf dem Acker.

Wenn mir eine auf dem Sack geht, dann ist es diese blöde Geissens Kuh – Robeeert

Facebook: Ein Klick und man hat 1000. Freunde, kennt aber keinen.

Im Internet findet man alles außer Gehülz, da muss man selber hin.

Früher ging es mit 75. Jahren zwei Meter tiefer, heute bekommt man zwei neue Hüften und kann wieder Bergsteigen.

2013 - Michl Müller Neukenroth II (05.10.13)

Michl Müller bei seinem Auftritt in der Zecherhalle in Neukenroth. Foto: Michael Wunder