Rieblich: Mit Dipl. Ing. Udo Sommerfeld wurde ein Mann der ersten Stunde von den Wasserwerksnachbarschaften verabschiedet. Der Leiter der Trinkwasseraufbereitungsanlage Rieblich war seit 1992 als Leiter der Wasserwerksnachbarschaft Kronach tätig und führte insgesamt 22 Nachbarschaftstage durch. Für die Wasserversorger der Region war er stets ein wichtiger Ansprechpartner wenn es galt Problemfälle zu lösen. Weit über die Grenzen hinaus war sein Rat auf seinem Fachgebiet der Chemie und Mikrobiologie gefragt. Den etwa 40 anwesenden Wasserversorgern erklärte Udo Sommerfeld, dass ihm aus zeitlichen Gründen diese Ausbildungs- und Informationsveranstaltungen nicht mehr möglich sind.
Verbandsdirektor Gerhard Seuling meinte, die Fernwasserversorgung (FWO) sehe diesen Tag mit einem weinenden und einem lachenden Auge entgegen. Mit Udo Sommerfeld trete ein Fachmann höchster Güte ab, gleichzeitig sei man jedoch froh einen nahtlosen Übergang zu schaffen. Man sei überzeugt, dass sein Nachfolger, Wassermeister Michael Wunder die Fortbildung des technischen Wasserwerkspersonals auf dem gleichen Niveau halten wird. Die FWO lege nach wie vor großen Wert auf die kommunale Zusammenarbeit und stehe deshalb weiter hinter den Wasserwerksnachbarschaften, so Seuling.
Dipl. Ing. Ulrich Zosel vom Wasserwirtschaftsamt Hof sprach dem langjährigen Leiter den Dank seines Amtes aus. In 22 Nachbarschaftstagen habe er viel Fachkenntnis vermittelt und zur Nachbarschaftshilfe angeregt. Als Chemiker habe er immer versucht die Vorgänge einfach darzustellen und zu erklären. Sein Dank galt aber auch der FWO für die Gastfreundschaft, die man in der Trinkwasseraufbereitungsanlage in Rieblich genießen durfte. Dort, so Zosel, fand der Großteil dieser Fortbildungsveranstaltungen statt. Im Namen der Teilnehmer und der Kommunen dankte sein Nachfolger Michael Wunder. Er habe in der Vergangenheit "hautnah" miterlebt, wieviel Arbeit sich Udo Sommerfeld bei der Auswahl und Vorbereitung der Themen, aber auch bei der Organisation und Durchführung der Fortbildungsveranstaltungen, gemacht hat. Es sei gerade im Hinblick auf die weiter gestiegenen Anforderungen nach der neuen Trinkwasserverordnung wichtig, auch künftig auf den Rat eines hervorragenden Chemikers, wie Udo Sommerfeld, zurückgreifen zu können, so Wunder.
Die vorausgegangene Tagung war hauptsächlich der neuen Trinkwasserverordnung, welche bereits seit Anfang diesen Jahres in Kraft ist, gewidmet. Dipl. Ing. Udo Sommerfeld berichtete dabei zunächst über die Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren als auch über die gesetzlichen Grundlagen. Die neue Trinkwasserversorgung aus der Sicht des Gesundheitsamtes durchleuchtete Gerhard Höhlein. Er wies dabei auf die vorgegebenen Probestellen und auf die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Prüfung der Probennehmer hin. Nach einer Übergangsfrist bis zum Jahresende müssen die beauftragten Labors die Ergebnisse über eine Schnittstelle direkt auf elektronischem Weg an die Gesundheitsämter liefern, so Höhlein. Die Verantwortlichen der Wasserversorgung sollten das Gesundheitsamt als Partner sehen, welcher auch gerne bereit ist Unterstützung zu geben. Im Gegenzug erwarte man aber, dass vorausschauend gehandelt wird und vorhandene Mängel umgehend abgestellt werden. Der in der neuen Trinkwasserverordnung geforderte Maßnahmenplan sei bisher nur von wenigen Versorgen beim Gesundheitsamt eingegangen, die anderen wurden aufgefordert dies in den nächsten 14 Tagen zu erledigen. Höhlein stellte den Maßnahmenplan der FWO als vorbildlich dar. Den Wasserwarten stellte er seine neue Hygiene- Sachbearbeiterin Diana Stang vor. Einen anderen Themenbereich hatte Michael Wunder vorzutragen, er berichtete über die Möglichkeiten von Kooperationen von Wasserversorgungen und dem "Benchmarkingprojekt". Anhand einer Power Point- Präsentation zeigte er die Möglichkeiten derartiger Projekte auf. Der Abschluss des Tagesseminars blieb Ulrich Zosel zum Thema Wasserverlust vorbehalten. Er wies dabei auf die Wichtigkeit von Bestandsplänen hin. Auch machte er auf kleinste Wasserverluste hin, allein durch die Reparatur eines tropfenden Wasserhahns kann im Jahr neun Kubikmeter Wasser gespart werden, führte er ein Beispiel an. (mw)
Der langjährige Leiter der Wasserwerksnachbarschaften des Landkreises Kronach Dipl. Ing. Udo Sommerfeld (2. v. r.) wurde beim jüngsten Treffen verabschiedet, die Nachfolge tritt Michael Wunder (3. v. l.) an. Mit im Bild Diana Stang und Gerhard Höhlein vom Gesundheitsamt, Ulrich Zosel vom Wasserwirtschaftsamt Hof, FWO Verbandsdirektor Gerhard Seuling. Foto: Michael Wunder