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Zwei ehrenamtliche Urgesteine wurden ausgezeichnet

Wallenfels: In Vertretung für den erkrankten Bürgermeister Peter Hänel leitete sein Stellvertreter Jens Korn die letzte Stadtratssitzung in diesem Jahr. Wie er eingangs sagte, weise die Tagesordnung keine größeren Problempunkte auf.

Mit Günther Blumenröther und Erich Mähringer zeichnete Jens Korn zwei Stadträte aus, welche seit 25 Jahren ihr Mandat in der Stadt bekleiden. Er bezeichnete ein viertel Jahrhundert Tätigkeit im Stadtrat als einen außergewöhnlichen Anlass, welcher mit viel Engagement verbunden ist. Als „verlängertes Ohr“ der Selbstverwaltung können man Vertrauen schaffen und die Interessen der Bürger vor Ort verwirklichen. Durch die Vertretung der Bürger am Stadtgeschehen sei der Aufbau der Demokratie von „unten nach oben“ gewährleistet, so Korn. Der Zweite Bürgermeister lobte dabei die beiden langjährigen Stadträte, welche auch auf dem ehrenamtlichen Sektor vieles für die Vereine und Mitbürger leisten. So war Günther Blumenröther vor seiner Wahl in den Stadtrat bereits sechs Jahre als Ortssprecher für den Ortsteil Neuengrün im Stadtrat. Der „Mulitfunktionär“ ist seit vielen Jahren als Referent für Öffentliche Sicherheit und Ordnung tätig und gleichzeitig Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Überörtlich setzt sich Günther Blumenröther beim Bayerischen Kameraden- und Soldaten Verband ein und wurde bereits mit Staatlichen Auszeichnungen bedacht. Erich Mähringer wurde bereits mit 25 Jahren in den Stadtrat gewählt, er war über zwölf Jahre als jüngstes Stadtratsmitglied auch Schwedenfähnrich. Sechs Jahre nahm er das Amt des Zweiten Bürgermeisters wahr und ist Mitglied im Rechnungsprüfungsausschuss. Nach der Überreichung von Geschenken durch Jens Korn, sprachen die Fraktionssprecher aller vertretenden Gruppierungen gute Wünsche für die beiden Geehrten aus. Zweiter Bürgermeister Jens Korn stellte das Konzept für die Bayerische Mittelschule vor. Wie er sagte, seien die Bürgermeister durch das Schulamt über die geplante neue Schulform informiert worden. Korn sah im demografischen Faktor den Hauptgrund für den Rückgang der Schülerzahlen in der Region und plädierte deshalb für eine „Chance im Anfangsstadium“ für das neue Modell. Mit der neuen Mittelschule, welche einen starken Praxisbezug erhalten soll, will man das Niveau der Wirtschafts- oder Realschule erreichen. Bei dem auf „drei Säulen“ ausgerichteten Entwurf soll neben der Praxis das Wissen durch eine „modulare Förderung“ vermittelt und die Person gestärkt werden. Wichtig für die Organisation sei, dass eine Ganztagesbetreuung angeboten werde. Bei diesem Schulmodell würden die Hauptschulen durch freiwillige Verbünde nicht ihre Eigenständigkeit verlieren und es sei eine möglichst lange wohnortnahe Beschulung möglich, fasste der Sitzungsleiter zusammen. Obwohl 3. Bürgermeister Jochen Vandrey Zweifel am „Funktionieren“ mit der „Aufsplittung“ hegte und auch Gisela Neuner-Leipold im „Schüleraustausch“ und der damit verbundenen Beförderung Probleme vorhersagte, gab man den Schulverband Oberes Rodachtal ein einstimmiges Votum. Demnach zeigte man sich positiv für eine Kooperation mit der „Südlösung“ Kronach und Küps. Auf Anregung von Andreas Buckreus jun. sollte auch „Landkreisübergreifend“ in Richtung Schwarzenbach nachgedacht werden.

Aktuellen Handlungsbedarf gab es wegen erneuten Hundekot auf öffentlichen Straßen. Hier nehmen die Beschwerden über die Hinterlassenschaften der Vierbeiner in letzter Zeit enorm zu, sagte Geschäftsleiter Frank Jakob. Um Ordnungswidrigkeiten auch mit Bußgeldern belegen zu können, sei eine Änderung der Verordnung über die Reinhaltung und Reinigung der öffentlichen Straßen und Sicherung der Gehbahnen im Winter notwendig. Mit dem eingearbeiteten Passus, der einstimmig genehmigt wurde, will man dem entgegen wirken. Ebenfalls untersagt sei auch das Einleiten von Speiseresten in die Kanaleinlaufschächte, sagte Jakob.

Zum Schluss der harmonisch verlaufenen Sitzung blickte Zweiter Bürgermeister Jens Korn noch kurz auf das zu Ende gehende Jahr zurück. „Die Krise sei bei Stadt noch nicht angekommen“ und man könne nur hoffen, dass sich die Lage in den nächsten Jahren nicht zu negativ entwickelt. Die „Wirtschaftskrise“ schlage zeitversetzt bei den Kommunen auf, und man hoffe den prognostizierten Gewerbesteuerrückgang auffangen zu können. Ansonsten sei das Jahr von den Planungen im Schulbereich und vom Interkommunalen Städtentwicklungskonzept geprägt gewesen. Man sei aufgrund der Lage auch künftig auf die verstärkte Mitarbeit der Bürger angewiesen, sagte Korn. Umgesetzt wurden die Gemeindestraße in der Schnaid und wesentliche Verbesserungen in der Kinderbetreuung erzielt. Er dankte dem Stadtrat für das konstruktive Miteinander und wünschte sich diesbezüglich ein Fortbestehen auch im neuen Jahr. Stadtrat Bernd Stöcker dankte den Stadtratskollegen für die gewährte Unterstützung bei der dringend notwendigen Straßeninstandsetzung in der Schnaid. Die Baumaßnahme bezeichnete er als gut gelungen und man haben mittlerweile wieder ordentliche Verhältnisse im Ortsteil Schnaid.

Eine Einladung erging an den Stadtrat zum Gottesdienst mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick. Am kommenden Samstag wird um 16 Uhr der Abschluss der Bauarbeiten am Gotteshaus feierlich begonnen. Als weiterer Termin wurde der 24. und 25 April genannt, dann werden sich das Wallenfelser Handwerk und die Unternehmen vorstellen. mw

Zitat des Tages:

Die neue Mittelschule ähnelt der Quadratur des Kreises. Es ist ein großer Spagat, die Hauptschule möglichst lange am Wohnort bei bestmöglichster Förderung der Jugendlichen zu erhalten.

Zweiter Bürgermeister Jens Korn bei der Stadtratssitzung in Wallenfels.

2009 - 25. Jahre Stadtrat Wallenfels II (14.12.09)

Zweiter Bürgermeister Jens Korn (rechts) zeichnete Erich Mähringer und Günther Blumenröther aus. Foto: Michael Wunder