Schlagzeilen:

Hoch über Wallenfels

Wallenfels: Die Schlossbergkapelle in Wallenfels gehört zur Stadt, wie der Dom zu Bamberg.

Vor 100 Jahren wurde das kleine Kirchlein hoch über der Stadt eingeweiht. Der Theaterverein hat in den vergangenen Wochen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen (wir berichteten) durchgeführt, um zum Jubiläum die Kapelle wieder im alten Glanz erstrahlen zu lassen. Nunmehr feierte man dieses Jubiläum mit einem Festgottesdienst, zelebriert von Generalvikar Prälat Georg Kestel. Dieser meinte, „man müsse die Feste feiern, wie sie fallen“. Es gelte dankbar an die vielen Erinnerungen zu denken, aber gleichzeitig auch die Zukunft im Auge zu haben. Dabei sei die Kirche sowohl heute als auch morgen eine lebendige Kirche. Die Schlossbergkapelle weise wie ihr Standort eine lange Geschichte auf. Bereits die Vorfahren setzten mit dem Bau ein Zeichen von Heil und Hoffnung. Er wünschte den Wallenfelsern, dass der Schlossberg noch lange ein Zufluchtsort bleibt, wo Bitten und Klagen vorgebracht werden können. In dem Gottesdienst anschließenden Gespräch zeichnete Ortsheimatpfleger Franz Behrschmidt die unterschiedlichen Perspektiven auf. Der Schlossberg sei ein rund eineinhalb Hektar großes Bodendenkmal, wo um das Jahr 1100 bereits eine Burg erwähnt wurde. Diese wurde 1525 im Bauernkrieg zerstört, war aber zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr bewohnt. Nachdem dort schon mal eine kleine Kapelle stand, welche 1904 abgerissen wurde, machte man sich Gedanken über einen Neubau. Der erste Weltkrieg machte den Wallenfelsern allerdings einen Strich durch die Rechnung und es dauerte bis zum Jahr 1921, bis die Planungen wieder aufgenommen wurden. Anfangs schien der vom Kirchenarchitekt Fritz Fuchsenberger gemachte Plan dem Landesamt für zu modern, der Gemeinderat hielt aber daran fest. Wie Franz Behrschmidt weiter ausführte, habe man fast auf den Tag genau vor 100 Jahren in einen Dreitagesfest die Einweihung gefeiert. 14 Geistliche waren dazu nach Wallenfels gekommen. Der Bürgermeister Kristan von Waldenfels aus Lichtenberg ging auf die Vorfahren seiner Familie ein, das kleine Kirchlein werde den Besuchern immer ein Heimatgefühl geben. Dass die Wallenfelser ihre Schlossbergkapelle als Wahrzeichen und Symbol sehr schätzen, wusste Bürgermeister Jens Korn zu berichten. Sie gehört wie das Flößen und das Fronleichnamsfest zur Stadt. Sein besonderer Dank galt dem Theaterverein und Hedwig Totzauer, welche sich während des gesamten Jahres um die Kapelle kümmert. Andreas Gleich, der die Sanierungsarbeiten koordinierte, zeigte auf, was in den vergangenen Wochen durch die ehrenamtlichen Kräfte geleistet wurde. Insgesamt habe man für Innen- und Außensanierung rund 415 freiwillige Arbeitsstunden geleistet. Sein Dank galt allen Helfern, insbesondere Helmut Müller (Zopf), Gerhard Lutz, Matthias Lutz und Erwin Roth. Der Hauptmann der Soldatenkameradschaft Christopher Zeuß, der mit einer Abordnung der Ehrenkompanie den Gottesdienst mitgestaltete, bezeichnete die Kapelle als Wahrzeichen des Friedens. Er überreichte eine Spende in Höhe von 1.000 Euro, weitere 300 Euro überreichte der Gartenbauverein.

2023 - Wallenfels 100 Jahre Schlossbergkapelle III (13.08.23)

Den Festgottesdienst zum 100-jährigen Bestehen der Schlossbergkapelle feierte man mit Prälat Georg Kestel. Foto: Michael Wunder

2023 - Wallenfels 100 Jahre Schlossbergkapelle VI (13.08.23)

Eine interessanten geschichtlichen Überblick zum Schlossberg und der Kapelle gab Ortsheimatspfleger Franz Behrschmidt (mit Mikrofon). Foto: Michael Wunder