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Fronleichnam bei Regen in Wallenfels

Wallenfels: Sehr Flexibel zeigte man sich heute bei der Fronleichnamsprozession in Wallenfels. Wegen des anhaltenden Regen zog man den Gottesdienst vor und feierte diesen in der Kirche und nicht wie sonst beim 3. Altar.

Die Teilnehmer und Gäste durften sich freuen, weil das Wetter nach dem Gottesdienst besser war und es sogar einige „Trockenphasen“ gab. Wie immer war die Soldatenkameradschaft Wallenfels dabei und setzte mit seiner Friedens- und Ehrenkompanie ein Zeichen des Friedens. Mit dabei war auch eine Abordnung der Partnerstadt Bingham, mit der man am Wochenende das 40-jährige Jubiläum feiert. Nach dem „Antreten“ gedachte man den im vergangenen Jahr verstorbenen Mitgliedern Reinhard Sattler und Friedbert Hader. Hauptmann Christopher Zeuß zeichnete langjährige aktive Mitglieder (siehe Info Box) aus. Wegen der 40-jährigen Partnerschaft mit der Englischen Stadt Bingham wurden noch vor der Kirchenparade die beiden Nationalhymnen gespielt. Im Gleichschritt begab man sich bei Regen unter den Klängen des Musikvereins bei der Kirchenparade zum Gotteshaus St. Thomas. Dort wurden die Gäste in beiden Sprachen von Pfarrer Detlef Pötzl begrüßt.

„Es scheint was anders zu sein, als sonst“

Ein gelassener Pfarrer Detlef Pötzl bei der Begrüßung in der Kirche

In der Predigt sagte er, dass es unverständlich sei, dass man in der ganzen Welt den Frieden durch die bestehenden Konflikte Gefährte. Es sei Auftrag von Jesus Christus die Zukunft sicher zu gestalten. Mit Christus, in der Brotgestalt des heiligen Altarsakraments in der Monstranz begab man sich dann unter den Klängen des Trommlerzugs auf die Strecke mit den vier Altären. Erstmals wurde der neue Pfarrer Detlef Pötzl dann vom Hauptmann Christopher Zeuß vor der Schwendenbrücke abgeholt, wo er den Segen in die vier Himmelsrichtungen spendete. Auf der Schwedenbrücke begrüßte das jüngste Stadtratsmitglied Dominik Stumpf die Fahnenabordnung nach altem Brauch. Dabei werden die Fahnen gekreuzt und berühren sich gegenseitig. Auch beim Schwedenfähnrich Dominik Stumpf klappte mit den Fahnenschwingen wieder alles. Eine Legende besagt, dass sich die Fahne nicht verheddern darf, ansonsten besteht Gefahr für den Frieden. Mit dem Wallenfelser Heimatlied, welches 1949 von Johannes Baptist Eichhorn verfasst wurde, endete die Zeremonie auf der Brücke. Für den „höchsten Feiertag“ im Jahr, wurde die Stadt im Vorfeld herausgeputzt und trotz teilweisen Regens alles in „Hochglanz“ gebracht. Die vielen Gläubigen, welche durch die Straßen der Stadt zogen, wurden wie immer von der Soldatenkameradschaft mit ihren unterschiedlichen Einheiten und den Trommlerzug begleitet. Mit Christus als Brot des Lebens in der Mitte führte der Weg dann zurück in die Kirche St. Thomas. Mitgewirkt haben neben der Marine- und Soldatenkameradschaft der Trommlerzug, der Musikverein und der örtliche Gesangverein. Der Pfarrgemeinderat war mit einer Abordnung unter der Leitung von Isabella Leipold vertreten, Vorgebetet hat wieder Franz Behrschmidt. Vor Beginn der Kirchenparade wurden Bürgermeister Jens Korn und die Honoratioren abgeholt.

 

Geschichte:

Auf eine jahrhundertalte Legende geht das Ritual mit der Schwedenfahne zurück. So soll ein Fahnenträger aus Wallenfels während des Dreißigjährigen Kriegs die Schwedenfahne versteckt haben. Der Mann fiel im Krieg, doch seine Frau hatte die Fahne vorsorglich versteckt – der Legende nach unter der Schwedenbrücke. Und in Erinnerung an den tapferen Soldaten, der sein Leben ließ und an die unerschrockene Gattin, wird alljährlich zu Fronleichnam die Prozession mit der Schwedenfahne gestaltet. Seit über 350 Jahren schwenkt deshalb der jüngste Stadtrat die Fahne auf der Schwedenbrücke. Wichtig ist, dass sich diese dort nicht verheddert. Denn dies würde eine Gefahr für den Frieden bedeuten. Angeblich hat sich die Fahne bereits in den Jahren 1914 und 1939 verheddert.

Ehrungen:

Hauptmann Christopher Zeuß zeichnete vor der Kirchenparade langjährige teilnehmende Soldaten aus. Geehrt wurden: Michael Förner, Andreas Gleich Schupfen jun. und Dominik Weiß (alle 20 Jahre), Christian Krump (25 Jahre), Danny Bärenz, Dirk Zeitler, Holger Bauss, Ronny Hader, Tino Stöcker und Hauptmann Christopher Zeuß (alle 30 Jahre).

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Einige der Soldaten wurden für runde Jubiläen durch Hauptmann Christopher Zeuß ausgezeichnet. Foto: Michael Wunder

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Beim Schwedenfähnrich Dominik Stumpf klappte mit den Fahnenschwingen wieder alles. Foto: Michael Wunder

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Pfarrer Detlef Pötzl erteilte erstmals den Segen in alle vier Himmelsrichtungen. Foto: Michael Wunder

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Wie immer war auch der Pfarrgemeinderat, wie hier mit Vorsitzender Isabella Leipold aktiv dabei. Foto: Michael Wunder